Bartagamen Krankheiten

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Bartagamen Krankheiten

Beitrag  Gast am Di März 24, 2009 10:23 am

Krankheiten und Prävention bei Bartagamen

Bartagamen werden bei richtiger Haltung und guter Pflege nur selten krank. Trotzdem ist es wichtig, dass Ihr immer aufmerksam seid, Veränderungen Eurer Tiere erkennt und wisst, wie Ihr darauf reagieren könnt.

Eine gesunde Bartagame sollte folgend Merkmale aufweisen:

Gesamteindruck: aktiv, aufmerksam und interessiert an seiner Umgebung, auf keinen Fall apathisch, gut genährt, muskulöse Brust und Oberschenkel.

· Augen: offen und klar

· Nase: trocken, offene Nasenlöcher, keine Verkrustungen, keine offene Nasenspitze

· Maul: keine ausgefransten Ränder, rosa Zunge und Schleimhäute, beim Atmen geschlossen (ausser wenn ihm zu heiss ist)

· Körper: Keine zu faltige Haut, sonst könnte es dehydriert (ausgetrocknet) sein, keine grossen Wunden

· Schwanz: Dicker, runder Schwanzansatz (Fettspeicher), keine schwarzen, abgestorbenen Stellen, sonst kann eine Amputation nötig werden (Kosten ca. 40 Fr.)

· Kloake: sauber und ohne Ausfluss

· Gliedmassen: keine unverheilten Brüche, keine abgestorbenen, schwarzen Zehen, fehlende Krallen können nachwachsen, fehlen einzelne Zehen, stört sie das beim Klettern nicht.

Prävention

Wir können unsere Bartagamen nicht direkt fragen, ob es ihnen gut geht. Daher müssen wir ihr Verhalten genau beobachten. Es ist hilfreich zu dokumentieren, was in sie rein geht, was wieder heraus­kommt und was angesetzt wird.
Daher notieren wir, wieviel sie fressen, wie oft sie koten, ihr Gewicht und ihre Grösse.
Tabelle um das Futter, den Kot, das Gewicht und das Wachstum zu kontrollieren.

Datum


„Tecko“


„Zorra“


Kot


Bemerkungen

01.08.00


*15


20


2**




02.08.00


2S


2S


1


=je 2 Schaben

04.08.00


10


10


2


Salat

05.08.00


200g
***18.5+25=44cm


180g


TZ


futterfrei,
Gewichtskontrolle















* Anzahl gefressener Heimchen

** T=Kot von „Tecko“ beobachtet

*** KRL+RSL=GL



KRL = Kopf-Rumpf-Länge

RSL = Rumpf-Schwanz-Länge

GL = Gesamtlänge



Krankheiten

Wenn Eure Bartagamen einmal krank sein sollten, wendet Euch an einen reptilienkundigen Tierarzt.

Häutungsprobleme:

· Symptome: Normalerweise ist die alte, abgestorbene Haut der Bartagamen dünn und löst sich in Fetzen. Bei Häutungsproblemen bleibt die alte Haut am Körper. Zehen und Schwanzspitzen können durch alte Hautreste abgeschnürt werden (siehe Nekrose).

· Ursachen: Zu trockene Haltung, Vitamin C Mangel.

· Behandlung: Warme Bäder, alte, gelöste Haut vorsichtig mit den Fingern abrubbeln. Bei Vitamin C Mangel ein Stück Kiwi anbieten.

Unterernährung:

Achtet bitte beim Kauf von jungen Bartagamen darauf, dass sie nicht zu dünn sind. Wenn Ihr doch einmal an ein abgemagertes Tier geraten solltet, müsst Ihr schnellstens handeln.

· Symptome: Keine Fettreserven im Schwanz, dünne Oberschenkel

· Ursachen: zu wenig oder falsches Futter, Stress, falsche Haltungsbedingungen.

· Behandlung: Haltungsbedingungen optimieren, ausreichend eiweisshaltiges Futter anbieten. Wenn das Tier nicht freiwillig frisst, müsst Ihr es zwangsfüttern, das heisst ihm das Futter vorsichtig ins Maul schieben. Sehr stark abgemagerten Tieren geben wir zusätzlich einen Brei aus HN 25 von Milupa®️. Wenn das Tier nicht auf die Behandlung reagiert oder ihr es in einem sehr schlechten Zustand bekommt, solltet Ihr den Tierarzt aufsuchen.

Rachitis:

· Symptome: Die Gliedmassen beginnen zu zittern. Wenn man die Bartagame auf den Rücken legt, kann sie sich nicht mehr umdrehen. Der Kiefer wird weich und biegt sich beim Fressen stark durch.

· Ursachen: Wird durch Kalziummangel verursacht.

· Behandlung: Muss vom Tierarzt schnellstens behandelt werden.

Parasiten:

· Symptome: Meist ist äusserlich nichts zu erkennen. Übelriechender Kot oder Abmagerung des Tieres können auf einen Parasitenbefall hinweisen.

· Ursachen: Parasiten

· Behandlung: Die vom Tierarzt verschriebenen Medikamente oral verabreichen. Darmparasiten sind häufig bei Bartagamen und müssen regelmässig behandelt werden. Den Kot vor der Winterruhe auf Würmer untersuchen lassen (z.B. Parasitologie Uni Zürich)

Nekrose:

· Symptome: Schwarze Verfärbungen und Absterben der Gliedmassen, meist an Zehen und Schwanzende

· Ursachen: Mangelnde Durchblutung der Gliedmassen, die durch unvollständige Häutung abgeschnürt werden. Kann auch durch Bissverletzungen verursacht werden.

· Behandlung: Ein warmes Bad und vorsichtige Häutungshilfe können dies verhindern. Schwanz und Zehen regelmässig kontrollieren. Im Extremfall ist eine Amputation des abgestorbenen Gewebes durch den Tierarzt notwendig.

Verstopfte Nasenlöcher:

· Symptome: verstopfte Nasenlöcher, die Bartagame hat Probleme beim Atmen

· Ursachen: Sand, Häutungsreste

· Behandlung: Wir kontrollieren regelmässig, ob beide Nasenlöcher frei sind. Sand entfernen wir vorsichtig, indem wir mit einem feuchten Ohrenstäbchen sanft über die Oberfläche streichen. Häutungsreste (die Innenseite der Nasenlöcher wird auch gehäutet) werden nach einem warmen Bad vorsichtig mit den Fingernägeln entfernt.

Legenot:

· Symptome: Das Weibchen kann die Eier nicht ablegen und verendet, wenn es nicht umgehend behandelt wird.

· Ursachen: Stress, mangelndes Substrat (kein grosser Sandhaufen)

· Behandlung: Das Weibchen muss vom Tierarzt schnellstens behandelt werden. Sind die Eier fertig entwickelt und ausreichend kalzifiziert (verkalkte Schale), genügt die Gabe eines wehenverursachenden Medikaments. Treten Komplikationen auf, muss das Weibchen schnellstens operiert werden.

Roentgenbild Roentgenbild mit Eiern im Bauch

Als unser Weibchen Roxane 1 Jahr alt war, trug sie unbefruchtete Eier im Bauch.
Operationsnarbe Operationsnarbe

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