Kanarienvögel

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Kanarienvögel

Beitrag  Christina am Mi Feb 25, 2009 9:26 am

Haltung von Kanarienvögeln:

Herkunft:
Kanarienvögel stammen von den Kanarischen Inseln, Madeira und den Azoren. Dort leben sie in Schwärmen, nur zur Paarungszeit leben sie in Paaren zusammen. Ende des 15. Jahrhunderts wurden sie von spanischen Seefahrern nach Spanien gebracht. Die Nachzucht gelang und die Vögel verbreiteten sich über ganz Europa und in die ganze Welt.

Aussehen:
Die bekannteste Farbe für den Kanarienvogel ist gelb, es gibt sie aber durch gezielte Zucht auch in diversen anderen Farben. Kanarienvögel wiegen zwischen 17 und 25 Gramm, ihre Körperlänge beträgt 10 bis 15cm, ihre Lebenserwartung 9 bis 12 Jahre. Männchen und Weibchen kann man an der Form ihrer Kloakenöffnung unterscheiden, die männlichen haben eine zapfenförmig vorgestülpte Öffnung.
Pflege:

Kanarienvögel leben gesellig, deshalb sollte man sie mindestens paarweise halten. Die Einzelhaltung von Kanarienvögeln ist Tierquälerei! Fast jeder kennt noch die Bilder von dem in einem winzigen Käfig sitzenden Kanarienvogel, diese Haltung ist nicht artgerecht und strikt abzulehnen.



Ernährung:

Die Ernährung des Kanarienvogels besteht aus folgenden Komponenten:

* Körnerfutter, 1-2 Teelöffel je Tier und Tag
* Gemüse wie Gurke, Mais, geraspelte Möhre, Paprika usw.
* Obst wie Äpfel, Bananen, Orangen, Mandarinen usw.
* Futterpflanzen wie Salat, Löwenzahn, Spinat, Gräser usw.
* Gritstein
* täglich frischem Trinkwasser
* Mineralstoffen wie Muschelgrit oder Sepia
* Quarzkies zur Zerkleinerung der Körner im Magen
* tierisches Eiweiss in Form von gekochtem Ei, Eifutter oder Hüttenkäse während der Mauser oder im Wachstum

Frisches Futter ist ein absolutes Muß um Mangelerscheinungen vorzubeugen!
Ausschließliche Körnerfütterung führt zu Mangelerscheinungen an Kalzium, Natrium und Vitamin A.

Nicht zum Speiseplan gehören:

* Milch
* menschliche Speisereste
* energiereiche Knabberstangen
* altes, überlagertes oder von Schädlingen befallenes Futter
* Grünfutter aus der Nähe befahrener Strassen


Doch was braucht der Vogel, um glücklich zu sein?

Vergessen sollten Sie als Erstes den Gedanken, dass Sie sich einen Käfig kaufen, einen Vogel dort hinein setzen, ihn irgendwo in die Wohnung stellen, wo gerade ein bisschen Platz entbehrlich ist, ihn täglich füttern und es damit genug sein lassen. Dass Vogelhaltung seit ewigen Zeiten so praktiziert wird und bei den meisten Vogelhaltern immer noch gleichermaßen aussieht, kann diese Art von Tierquälerei auch nicht rechtfertigen. Wenn alle diese Vogelhalter auch ständig beteuern, dass sie ihre Tiere lieben - überlegen Sie einfach, wie Ihnen zumute wäre, wenn Sie leben müssten wie diese Vögel...
Dass ein Vogel, der nicht fliegen darf, auf eine seiner grundlegenden Verhaltensweisen verzichten muss, ist allein schon traurig genug. Wenn er dann noch den Partner und andere Artgenossen vorenthalten bekommt und statt dessen Vorlieb nehmen muss mit einem Menschen, der nur wenige Stunden Zeit für ihn hat - dann ist sicher, dass man seine Bedürfnisse nicht kennt oder schlimmer: missachtet.

Wenn Sie sich für die Kanarienvogelhaltung entscheiden, sollten Sie bemüht sein, den Tieren das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Dazu gehört, dass die Vögel eine geräumige Behausung bekommen, in der sie auch wirklich fliegen können, also zumindest eine Zimmervoliere, als Maß für zwei Kanarienvögel z.B. 120cm Breite, 60cm Tiefe, 170cm Höhe), besser aber eine richtige Vogelvoliere oder ein Vogelzimmer von mehreren Metern Größe (dort können Sie dann, außerhalb der Brutzeit einen kleinen Kanarien-Schwarm halten und sich an den weitgehend natürlichen Verhaltensweisen der Tiere erfreuen!). Sollten Sie ein Kanarienpärchen in einem Käfig halten wollen so muß dieser die Mindestmaße 1,0x0,5x0,5 mtr. haben, also eher lang als hoch sein. Täglicher Freiflug muß dann aber gewährleistet sein. Die Gitterstäbe sollten dunkel und der Käfig niemals rund sein.

Sitzstangen sollten ausschließlich aus ungiftigen Naturästen bestehen, die man regelmäßig reinigt und bei Bedarf erneuert. Dabei sollte man nicht zu üppig ausstatten, da die Vögel ja noch im Käfig bzw. in der Voliere fliegen können sollen. Ungeeignet sind Plastik- bzw. Hartholzsitzstangen insbesondere mit Sandpapierumwicklung oder gar Insektengiftfüllung.
Also bitte nur Naturzweige verwenden.

Ebenfalls ungeeignet und sogar schädlich sind Spielzeuge die dem Vogel vorgaukeln es wäre ein zweiter Vogel anwesend. Spiegel oder Plastikvögel sind als Partnerersatz ungeeignet, können zu Verhaltens- und oder Gesundheitsstörungen führen und schränken den Bewegungsraum im Käfig unnötig ein.
Also bitte keine Spiegel oder Plastikvögel verwenden.


Tieren, die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden sollte man eine Tageslichtlampe mit dem vollen Spektrum des natürlichen Sonnenlichtes zu Verfügung stellen, z.B. eine Arcadia Bird Lamp 20 Watt (paßt in eine normale Fassung).



Standort:

Die Voliere oder der Käfig sollte an einer ruhigen Stelle der Wohnung plaziert werden, auf keinem Fall in der Nähe des Fernsehers (Mindestabstand 3 Meter). Er darf nicht der prallen Sonne ausgesetzt sein, sollte aber helle sein. Der Raum über dem Käfig sollte frei bleiben. Die Vögel sind vor Kochdunst, Tabakqualm und besonders vor Zugluft geschützt werden. Um festzustellen ob der Platz von Zugluft frei ist kann man die Kontrolle mit einer Kerzenflamme durchführen. Die Vögel sollten nachts abgedeckt werden, so daß sie etwa zehn Stunden Nachtruhe haben.

Freiflug:

Beim Freiflug in der Wohnung sollte man einige Vorsichtsmaßregeln beachten:

* Bücher im Bücherregal ganz an die Wand stellen
* Fenster schließen
* Jalousien bzw. Vorhänge zuziehen
* gefüllte Gefäße abdecken
* räuberische Haustiere fernhalten
* keine Kerzen anmachen
* Giftige Pflanzen entfernen
* Giftige Substanzen außer Reichweite aufbewahren

Man kann festmontierte Sitzäste an höher gelegenen Plätzen anbringen, unter denen man Bretter montiert, die mit Zeitung ausgelegt den Kot der Vögel auffangen. Leider werden die Vögel nicht stubenrein.

Wenn der Vogel nicht zurück in den Käfig will:

* draussenlassen
* niemals scheuchen

Hunger und Durst bringen ihn im Normalfall von alleine in den Käfig zurück


Wichtig:
Behausungen wie sie in den meisten Zooläden angeboten werden sind zur Dauerhaltung von Kanarienvögeln ungeeignet. Besser man schafft sich gleich eine geeignete Voliere an wie sie z.B. von Futterkonzept angeboten wird.

Unabhängig davon, welche Variante der Haltung für Sie in Frage kommt, muss eine Voliere ausgestattet sein mit Naturästen verschiedener Stärken, Futter- und Wassernäpfen und einer Bademöglichkeit (sehr gut geeignet sind Blumenuntersetzer aus Ton; vor handelsüblichen Badehäuschen fürchten sich viele Vögel!). Da in Nistkästen immer gebrütet wird solte man auf sie verzichten. Als Einstreu können Sie Vogelsand verwenden .

Bei Wohnungshaltung mit eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit sollten Sie den Tieren so oft es geht die Möglichkeit des Freiflugs bieten. Dabei müssen Sie natürlich unbedingt darauf achten, dass Gefahrenquellen wie giftige Zimmerpflanzen, geöffnete Fenster (entfliegen!), heiße Herdplatten, andere Haustiere etc. das Leben Ihrer Vögel nicht gefährden!

Dass die Tiere bei ihren Freiflügen diverse Spuren in der Wohnung hinterlassen, damit müssen Sie leben so gut es geht. Ein Kot-Klecks pro Minute landet dann eben, wo er eigentlich nicht hingehört, und wenn die Gardine nebst Stange beliebtester Landeplatz ist, kann dies die Nerven einer peniblen Hausfrau arg strapazieren. Die tägliche Jagd mit dem Staubsauger nach überall herum fliegenden Federchen ist auch nicht jedermanns Sache.

Krankheiten:
Wie bei allen anderen Tieren gilt auch für Kanarienvögel, dass die meisten Krankheiten durch artgerechte Haltung und Ernährung vermieden werden können!

Häufig auftretende Krankheiten bei Kanarienvögeln sind:

Erkrankungen der Atemwege und des Magen-Darm-Bereiches. Diese äußern sich durch: trübe Augen, wässerigen Ausfluß aus den Nasenlöchern, häufiges Niesen, rasselnde oder pfeifende Atemgeräusche und aufgeplustertes Gefieder.
Bei derartigen Symptomen sollte der Vogel einem Tierarzt vorgestellt werden, da einige Krankheiten innerhalb kurzer Zeit zum Tode führen.

Auch Knochenbrüche können sich die Tiere hin und wieder zuziehen. Mauserschwierigkeiten und Legenot beim Weibchen kommen ebenfalls vor und sind meistens auf eine falsche Haltung (z.B. gestörter Tag- und Nachtzyklus durch Kunstlicht, ungünstiger Standort) oder Ernährung zurückzuführen

Wenn Sie feststellen, dass eines Ihrer Tiere erkrankt ist, suchen Sie bitte umgehend einen Tierarzt auf!


Besonderheiten:
Kanarienvögel sind keine lautlosen Tiere. Das Singen der Kanarien ist nicht jedermanns Geschmack. Seien Sie sich darüber im Klaren, ob Sie, und Ihre Nachbarn, das auf Dauer ertragen können. Egal ob Fernseher, Radio oder Ihre eigenen Gespräche, alles wird von den Vögeln mit "Hintergrundmusik" verschönert werden, und diese muss nicht unbedingt lieblich und dezent sein.

Handzahm werden Kanarienvögel meist nur dann, wenn sie vom Menschen aufgezogen wurden. Als Kuscheltiere sind sie völlig ungeeignet

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