Die Wellensittiche

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Die Wellensittiche

Beitrag  Ischa am Mo Feb 23, 2009 11:09 am

Der Vogel wird in Deutschland am meisten gehalten. 1855 kam er nach Deutschland. Haltung und Zucht ist leicht.

Aussehen

Das ursprüngliche Erscheinungsbild des Wellensittichs ist grün mit gelbem Gesicht. Eine schwarze Querbänderung beginnt am Vorkopf und zieht sich über den Rücken und über die Flügeldecken. Das Gefieder ist bei beiden Geschlechtern gleich. Männchen haben eine intensiv blaue (in der Jugend rosaviolette) Wachshaut (= Bereich über dem Schnabelanfang). Männliche Albinos (weißer Vogel mit roten Augen) und Lutinos (gelber Vogel mit roten Augen) und rezessiv vererbende Schecken haben jedoch eine rosa Wachshaut wie Jungvögel. Die Wachshaut von Weibchen ist eher rau und variiert bei allen Farbschlägen zwischen weißlich-hellbraun bis dunkelbraun. Bei rauer brauner Wachshaut befindet sich die Henne in Brutstimmung. Vielfach bildet sich auf der Wachshaut bei brutstimmigen Weibchen eine Borke. Bei glatter hellbrauner oder sogar weißer Färbung ist das Weibchen jedoch überhaupt nicht brutlustig. Eine helle, auch hellblau eingefärbte Wachshaut bei Weibchen könnte auch auf eine Erkrankung hinweisen. Jungvögel unterscheiden sich von den ausgewachsenen Wellensittichen neben der Wachshaut durch die vollkommen schwarzen Augen (die weiße Iris ist noch nicht zu sehen). Bei rezessiv vererbenden Schecken und den sogenannten Schwarzaugen ist der Irisring auch bei erwachsenen Tieren nicht zu sehen. Bei ganz jungen Vögeln reicht die schwarze Zeichnung über den Kopf bis zur Wachshaut und der Schnabel ist schwärzlich gefärbt. Wellensittiche mit rotem Gefieder sind nicht bekannt. Kreuzungsversuche mit Bourkesittichen zur Züchtung roter Wellensittiche blieben erfolglos. Wellensittiche mit schwarzem Gefieder wurden erstmals 1998 erfolgreich in Deutschland gezüchtet.

Verbreitung

Der Wellensittich kommt natürlicherweise auf dem australischen Kontinent vor. In Florida ist er einst in großer Zahl verwildert. Aus ungeklärten Gründen ging der Bestand dieser verwilderten, standortfremden Tiere jedoch drastisch zurück. In Deutschland findet man manchmal Gefangenschaftsflüchtlinge, die jedoch kaum den Winter überleben.

Lebensraum

Ursprungsgebiet der Wellensittiche: fast überall in Australien, Wellensittiche meiden aber Küstenregionen. Nomadengleich ziehen sie von Wasserstelle zu Wasserstelle Regenfällen hinterher. Tagsüber sind die in großen Schwärmen lebenden Vögel mit der Futtersuche am Boden beschäftigt. Mittags ziehen sie sich zum Schutz vor der meist großen Hitze in Baumkronen zurück, wo sie auch nachts zu finden sind.

Zur Brutzeit besiedeln Elterntiere alte, ausgehöhlte Bäume. Das Weibchen bebrütet ein Gelege von ca. vier Eiern 21 Tage lang, während es vom Männchen versorgt wird. Junge Wellensittiche sind Nesthocker und werden mit etwa vier bis fünf Wochen flügge.

Haltung

Wellensittiche sind Schwarmvögel. Allein gehalten verkümmern sie seelisch und körperlich. Eine gemeinsame Haltung von mindestens zwei Wellensittichen ist angebracht. Einzelhaltung ist Tierquälerei. Ein Spiegel oder ein Plastikvogel ist nie ein Ersatz für einen echten Wellensittich, da diese nicht auf den Wellensittich natürlich reagieren können und dieser so auf Dauer einen seelischen Schaden nimmt. Besonders Männchen versuchen oft, diesen "Ersatzpartner" anzubalzen und zu füttern, was im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Kropfentzündung führen kann. Der Mensch und andere Tiere wie z.B. Nymphensittiche können keinen Ersatz für einen Artgenossen leisten. Mindestens einer der gehaltenen Wellensittiche sollte ein Männchen sein. Zwei Weibchen rivalisieren im Allgemeinen. Zwei Männchen können zusammen gehalten werden.

Wellensittiche legen in freier Wildbahn täglich bis zu einhundert Kilometer fliegend zurück. Eine tatsächlich artgerechte Haltung ist nicht möglich. Werden Wellensittiche dennoch gehalten, sollte der verwendete Käfig breiter als hoch sein und für ein Paar jeweils in der Höhe 100 cm nicht unterschreiten und mindestens 50 cm tief sein. Bei der Haltung einer kleinen Gruppe kommt nur eine Zimmervoliere in Frage, die mindestens 1 m² Grundfläche für 4 bis höchstens 6 Tiere hat. Für mehr Wellensittiche sollte man auf eine „richtige“ Zimmervoliere von 2 m² zurückgreifen. Hier können bis zu 12 Tiere gehalten werden. Käfige von etwa 40 cm x 20 cm x 30 cm und Rundkäfige sind Tierquälerei. Der Rundkäfig erschwert Wellensittichen die Orientierung und ermöglicht es ihnen nicht, sich in eine Ecke zurückzuziehen. Zudem bieten sie keine ausreichenden Flug- Klettermöglichkeiten. Waagerecht verlaufende Gitter sind senkrechten vorzuziehen, da Wellensittiche gerne und geschickt klettern.

Der Wellensittichkäfig muss stabil und vor Zugluft geschützt mindestens auf Tischhöhe aufgestellt werden. Der tägliche mehrstündige Freiflug ist unverzichtbar. Da Wellensittiche in Gefangenschaft nicht Strecken wie in freier Wildbahn zurücklegen können, müssen zur Kompensation ausreichend Klettermöglichkeiten im Käfig vorhanden sein. Auch im Freien können Wellensittiche gehalten werden, wenn ihnen ein entsprechendes Schutzhaus zur Verfügung steht, das sie jederzeit aufsuchen können. Im übrigen sollte ein Teil der Außenvoliere durch ein Dach vor Regen geschützt sein (was ein Schutzhaus natürlich nicht ersetzt).

Zu beachten ist hier auch, dass die Wellensittiche im Freien keinen Freiflug genießen können. Aus diesen Gründen ist hier für zwei bis vier Tiere eine Außenvolière von mindestens 2 m² Fläche notwendig. Nach oben sind selbstverständlich keine Grenzen gesetzt. Für bis 30 Tiere sollten es nach Möglichkeit 10 m² Grundfläche; am besten 5 m x 2 m sein. Es kommt vor allem auf die Länge der Voliere an. Zwei mittellange Seiten helfen den Vögeln nicht annähernd so viel wie eine ganz lange und eine relativ kurze, da sie nur auf einer längeren Strecke wirklich fliegen können.

Wellensittiche ernähren sich überwiegend von Grassaaten und Gräsern. Das Grundfutter besteht daher aus einer im Fachhandel erhältlichen ausgewogenen Körnermischung mit allerlei Sorten von Rispenhirse. Sehr beliebt bei Wellensittichen ist Kolbenhirse. Zusätzliche Gaben von Obst, wie Äpfel und Birnen, oder Gemüse, beispielsweise Gurke oder Karotte, werden gelegentlich gern genommen und runden den Speiseplan ab, zudem sorgen sie für ausreichende Zufuhr von Vitaminen und beschäftigen die Tiere. Dabei sollten nicht zu große Mengen verfüttert werden, da sonst Durchfall droht. Aufgeweichtes und gekeimtes Vogelfutter ist eine vitaminreiche und gesunde Nahrungsergänzung, die etwa alle zehn Tage gereicht werden und wegen Schimmelgefahr nach etwa zwei Stunden wieder entfernt werden sollte. Wellensittiche vertragen jedoch nicht alle Obst- und Gemüsesorten. Ungeeignet sind beispielsweise Zitronen und Pampelmusen wegen ihres hohen Säuregehaltes, Bohnen (Verdauungsstörungen) sowie Avocado (zu fetthaltig und hochgiftig). Zudem müssen die gereichten Früchte frei von Pestiziden sein. Quark und Eiweiß von gekochten Hühnereiern bieten Abwechslung von der sonst rein vegatarischen Kost. Das Eigelb gekochter Hühnereier sollte sehr selten gegeben werden, da es sehr energiereich ist und zur Verfettung führen kann. Der Vogelhalter ist dabei in der Pflicht, auf eine ausgewogene Ernährung der Vögel zu achten. Als Getränke eignen sich für Wellensittische Wasser und - im Krankheitsfall - schwacher Pfefferminze- oder Kräutertee. Das Wasser kann bei Bedarf mit einem Vitaminpräparat wohldosiert versetzt werden. Das Getränk muss mindestens einmal täglich erneuert werden. Reines Wasser kann den Wellensittichen auch in einer Badestelle angeboten werden. Wellensittiche müssen von kohlensäurehaltigen Getränken, Süßspeisen, gekochten oder gegarten Lebensmitteln und Spirituosen ferngehalten werden, da sie der Gesundheit des Vogels schaden. Einmaliges Naschen ist im Allgemeinen nicht kritisch, sollte aber dennoch vom Halter unterbunden werden!

Als Einstreu eignet sich grober Sand. Von Zeitungspapier, Küchenrolle und Sandpapierteppichen ist abzuraten, da Wellensittiche davon Stücke abreißen können. Verschlucken sie diese Stücke, kann dies zu Kropfreizungen/-entzündungen, Verdauungsstörungen oder zur Erstickung führen.

Wichtig ist, falls nicht mit Muschelgrit versetzter Sand benutzt wird, Grit in einer eigenen Schale anzubieten – er ist für die Verdauung unabdingbar. Die Einstreu muss mindestens einmal wöchentlich gewechselt werden. Bei starker Verschmutzung muss sie sofort ausgetauscht werden, da die Vögel ansonsten schnell krank werden können.

Wellensittichen muss eine Sepiaschale oder ein Mineralstein zum Abwetzen des Schnabels zur Verfügung stehen. Statt der handelsüblichen Plastiksitzstangen oder Glattholzstangen, die schwere Fußleiden verursachen, sind Naturäste von Obstbäumen, Haselnuss oder Weide in verschiedenen Durchmessern (nicht direkt vom Straßenrand) anzubringen. Auf Sandpapierüberzüge ist auch hier zu verzichten, um die Fußhaut der Tiere nicht zu verletzen.

Mit Spielsachen aus Kunststoff sollte eher gespart werden, jedoch spricht nichts gegen Zweige, an denen die Vögel auch nagen können. Schaukeln und Gitterbälle für Vögel beispielsweise sind hingegen eine sinnvolle Beschäftigung. Plastikwellensittiche und Spiegel sind inzwischen als tierschutzwidriges Zubehör klassifiziert. Bei Einzelhaltung ist dieses Spielzeug zusätzlich schädlich, da dem Vogel ein Partner vorgegaukelt wird, der aber Annäherungsversuche nicht erwidert und somit eine Frustration beim Einzelvogel auslöst, die in Aggression z.B. einschlagen auf den Spiegel oder Plastikvogel und Verhaltensstörungen wie z.B. Federrupfen umschlägt. Ständige, erfolglose Fütterungsversuche können zudem vor allem bei männlichen Sittichen zu einer lebensbedrohlichen Kropfentzündung führen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wellensittich
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