Ihr Leben in Australien

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Ihr Leben in Australien

Beitrag  Christina am Mo März 30, 2009 7:44 pm

Wellensittiche sind die häufigste Papageienart Zentralaustraliens. Die meiste Zeit halten sie sich in dem Hinterland von Australien auf. Aber auch im Norden stößt man häufig auf sie.

Die geschlossenen Waldgebiete wie im Nordosten und Südwesten meiden sie; ebenfalls die Küstengebiete und genauso die Inseln. (Einzige Ausnahme ist die Insel „Kangoroo Island“, dort ist der Wellensittich in seinen Brutzeiten gelegentlich vorzufinden.) Wellis bevorzugen zwar Trockengebiete, versuchen aber trotzdem in Wassernähe zu siedeln. An den Ufern der Creeks (periodisch Wasserführende Bäche) trifft man sie häufig in großen Schwärmen an. Selbst mit einem Tautropfen können sie ihren Durst stillen. Die WS lieben lichte Eukalyptuswälder. In diesen hohen Bäumen beziehen sie ihre Nisthöhlen. Einen aufwendigen Nestbau benötigen sie nicht, nur eine kleine Kuhle am Boden der Höhle genügt ihnen.







Während der Brut bilden sich Kolonien von 5 bis zu ca. 30 Paaren. Ihre Bruthöhlen befinden sich dicht nebeneinander in den Bäumen (selten auch in Erdhöhlen). Dabei achten sie immer darauf in Sicht- oder Hörweite der Schar zu bleiben. Alles geschieht bei ihnen gemeinsam in vollkommender Übereinstimmung.

Sie sind dauernd auf Nahrungssuche, außer in den heißen Mittagsstunden. In dieser Hitze ruhen sie sich aus, schlafen und widmen sich ihrer Gefiederpflege. Die Sittiche sind immer auf der Hut vor natürlichen Feinden. Mit gegenseitigen Warnrufen schützen sie sich.

Bei gutem Nahrungsangebot beginnen sie ihre Brut. Insekten dienen ihnen dabei als Eiweiß-Lieferant. Wellensittiche sind Gesellschaftsbrüter (ein Weibchen kann es auf ca. 20 Nachkommen bringen). Sie leben aber eher monogam. Das bedeutet: sobald sich Männlein und Weiblein zusammen schließen hält ihre Partnerschaft ein Leben lang. Dominierende Männchen oder Weibchen gibt es nicht.

Sollte die Regenzeit in einer Brutperiode länger anhalten, brüten die Wellensittiche noch ein zweites oder drittes Mal. Nach drei Monaten sind die „Küken“ schon geschlechtsreif. So dass es in diesen Zeiten zu einer Massenvermehrung kommen kann.

Beginnt wieder die Dürrezeit, sammeln sich die Wellensittiche in Scharen von bis zu 1000 Tieren. Gemeinsam gelangen sie an die noch verbliebenen Wasserstellen. Zu dieser Zeit spielen sich oft Dramen ab. Es drücken sich tausende von Wellensittichen gegenseitig ins Wasser und ertrinken, um einen Schluck Wasser zu bekommen. Oder sie verhungern, da die Gräser schon auf ihrem Weg zum Wasser vertrocknet sind. Es überleben also nur noch die stärksten Wellensittiche unter ihnen. Bei großer Trockenheit (Dürreperioden) die durchaus zwei oder mehre Jahre dauern kann können tausende Vögel verenden.

Es wurde berichtet, dass während der außergewöhnlichen Hitzewelle im Jahre 1931 ein Farmer in Zentralaustralien fünf Tonnen toter Wellensittiche aus einer einzigen Rindertränke fischte. Wenn man bedenkt, dass ein wilder Wellensittich etwa 35,0 g wiegt, kann man ermessen, wie groß die Stückzahl war.



Ihre hohe Geburtenrate (im Vergleich zu anderen Vögeln) sichert aber ihren Bestand. Die Wellis werden in der Natur bis zu 18 Jahren, also deutlich älter als in Gefangenschaft. Außerhalb der Brutzeiten sind sie Nomaden. Sie ziehen sozusagen dem Regen hinterher. Sind ständig auf der Suche nach halbreifen Samen, frischem Gras und Kräutersamen. Sie kommen höchstens zufällig an einen Platz zurück.

Auf der Suche nach einem neuen Platz, fliegen sie in riesigen Schwärmen um potentielle Angreifer abzuschrecken. Die flinken und wendigen Muskelpakete führen alle Bewegungen, wie z. B. Wendungen, synchron aus, so fällt es dem Raubvogel schwer sich für ein bestimmtes Beutetier zu entscheiden. Nur die Zurückfallenden, die Kranken und Schwachen werden somit angegriffen.Die Wellensittiche haben sich den extremen Bedingungen angepasst. Ihr hellgrünes Gefieder und der gelbe Kopf tarnen sie in den Bäumen, Büschen und Wiesen.

Leider entdeckt man sie selten, man kann sie eher hören als sehen, weil die kleinen Quatschköpfe nie den Schnabel halten können. Dabei sind sie noch die stillste Art unter den Sittichen. Sie zählen zu den "Leistungssportlern" unter den Vögeln. Wellis können schnell und ausdauernd fliegen. Um an Wasserstellen zugelangen fliegen sie hunderte von Kilometern. Sie legen durchaus bis zu 100 km am Tag zurück. Bei längeren Strecken lassen sie sich durchaus mit nach unten gebogenen Flügeln gleiten. Sie erreichen im Flug eine Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h, wie unsere heimischen Schwalben. In kleineren Gruppen wie z. B. einer Brutkolonie, fliegt der Wellensittich langsamer und in Wellenlinien. Wenn er zur Landung ansetzt hält er meistens die Flügel etwas schräg nach unten gespreizt, um Kräfte zu sparen.

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Käfigausstattung

Beitrag  Christina am Mo März 30, 2009 7:46 pm

Hier ein paar Tipps zur Käfigausstattung.

Sitzstangen: Plastiksitzstangen sind für die Wellifüßchen völlig ungeeignet. Ideal sind Sitzstangen aus Naturästen. Durch Äste in verschiedenen Stärken wird die Muskulatur trainiert. Die Zweige sollten nicht vom Straßenrand stammen und ebenso wenig mit Insektiziden gespritzt sein. Naturästen bitte immer gründlich abwaschen (es werden sonst evtl. Krankheiten übertragen). Die Wellis lieben es an der Rinde vom Holz zu knabbern. Prima eignen sich z.B. sämtliche Obstbäume, sowie Birke, Kastanie, Buche, Vogelbeerbaum und noch einige andere.

Giftig für Vögel sind z. B. Akazie, Eibe, Goldregen, Schneeball, Holunder sowie sämtliche Nadelbäume (wegen des Harzes kann es zu Verklebungen kommen).

Vogelsand: Bitte verwenden sie nur richtigen Vogelsand in dem auch Grit enthalten ist. Dies ist wichtig für den kleinen Wellikörper. Er pickt sich die Nährstoffe, die sein Körper braucht, auf. Dies ist nicht bei Sandmatten gegeben

Diverse Spielsachen: Ein Welli sucht dauernd Beschäftigung und möchte an vielen Dingen knabbern und spielen. Womit ich meinen Wellis Freude machen kann ist Wiesenheu. Einfach in kleinen Bündeln in den Käfig hängen und sie knabbern fröhlich darauf los. Glöckchen, Schleifenbändchen oder Seil begeistern sie ebenso. Aber Vorsicht mit der Länge der "Bändel"! Der Welli darf sich nicht darin verfangen, dabei könnte er sich im schlimmsten Fall stranguliert. Ich habe die Erfahrung gemacht dass etwas stärkere Seile gerne zum turnen und schaukeln angenommen werden. Spiegel sind auch sehr beliebt. Sollte die Plaudertasche aber mehr Zeit vor dem Spiegel als sonst wo verbringen, bitte den Spiegel wieder abhängen.
Plastikvögel finde ich absolut geschmacklos. Dem armen Welli eine "Gummipuppe" statt einem echten Partner vorzusetzen ist in meinen Augen einfach eine Quälerei

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