Meine Katzen - Teil 3

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Meine Katzen - Teil 3

Beitrag  Gast am Mo März 30, 2009 10:07 am

In meiner Oldenburger Wohnung blieb ich erst ohne Katze und war lediglich
"Mitbenutzerin" der Katzen bei meinen Eltern. Meiner ebenfalls in Oldenburg lebenden verheirateten Schwester lief dann ein schon älterer Kater zu, der - weil er anfangs so mickrig aussah - "Micky" getauft wurde. Als meine Schwester ein Baby bekam, reagierte der sehr sensible Micky verstört. Er fühlte sich vernachlässigt und zog sich spürbar zurück. Als er für ein Wochenende bei mir einquartiert wurde, da meine Schwester samt Familie verreiste, blühte er richtig auf, und so wurde entschieden, dass er bei mir bleiben dürfe. Ihn störte es anscheinend nicht, statt Haus mit Garten nur noch eine Wohnung mit kleinem Balkon zu haben - Hauptsache, er hatte wieder eine Bezugsperson für sich allein.

Nicht viel später kaufte ich mir - wiederum, schon der Katzen wegen, in der Nähe meiner Eltern - ein Häuschen. Der gute alte Micky genoss seine Spaziergänge im Garten und fand es klasse, durch die noch vor dem Einzug eingebaute Katzenklappe nach Wunsch ein- und auszugehen. Tja, und dann tauchte auf einem verlassenen Bauernhof, wo meine Eltern
seit Jahren zwei dort weiterhin lebende Hofkatzen versorgten, eine junge schwarz-weiße Katze auf. Die sollte nun doch nicht ihr ganzes Leben als Wildling dort hausen. Ich adoptierte sie und merkte noch vor dem gleich angesetzten Tierarztbesuch, dass Madame schwanger war. Am 8 . 7. 2002 brachte Laila in meinem Schlafzimmer vier Junge zur Welt - leider in meiner Abwesenheit, da ihr morgens nichts anzumerken war (Ich hätte mir sonst frei genommen.).

Die schwarze Blacky, die schwarz-weiße Kessi und der schwarz-weiße Lucky waren munter und wohlauf, aber um die kleine grau-weiße Lucy machte ich mir größte Sorgen: Sie gab beim Atmen seltsame Laute von sich und schaffte es nicht, sich an Mamas Zitzen festzusaugen. Spätabends fuhr ich mit ihr zur Tierklinik, wo man nichts Konkretes feststellte, aber dem Winzling zwei Spritzen verpasste und mir Ersatzmilch mitgab. So verbrachte ich eine unruhige Nacht, in der ich alle zwei Stunden Milch anrührte und der widerstrebenden Klein-Lucy ins Mäulchen spritzte, wohl wissend, dass ihre Überlebenschancen ohne die für das Immunsystem so wichtige Kollostralmilch der ersten Tage gering waren. Umso erleichterter war ich, als ich sie morgens um 7 Uhr doch noch bei Laila saugend vorfand. Sie blieb zwar noch lange ein Leichtgewicht, gedieh aber ansonsten ebenso gut wie ihre Geschwister.

Übrigens war Laila keine sehr fürsorgliche Mutter. Die noch sehr junge Kätzin hielt es nie lange bei ihren Kindern aus, sondern streunte stundenlang herum. Schon mit zwei Wochen (!) begannen die Kleinen, sich selbst zu waschen, da ihre Mutter das kaum erledigte, sondern sich bald noch ihre dreckigen Füße von ihrem Nachwuchs putzen ließ. Dafür war die fanatische Jägerin in ihrem Element, als es nach einigen Wochen an die Jagderziehung ging: Jeden Morgen konnte ich im Wohnzimmer ein Schlachtfeld vorfinden und bis zu sieben Mäuseleichen beseitigen. Alle Kinder wurden exzellente Jäger - leider. Den vogelliebenden Nachbarn gefiel es gar nicht, dass so viele ihrer Amseln ums Leben kamen, und ich hätte auf die mitgebrachten Mäuse, Vögel, Ratten, Fledermäuse, Frösche und Fische auch gern verzichtet.

Ursprünglich wollte ich, wie es sich gehört, zu gegebener Zeit ein liebevolles neues Zuhause für die Katzenkinder suchen - aber sowohl ich als auch meine Eltern hingen so sehr an den Kleinen, dass wir sie keinem Fremden überlassen wollten. Ich behielt Lucy und Lucky; meine Eltern, die sich eigentlich einen ruhigen Lebensabend ohne Katzen vorgestellt hatten, nahmen zu Miri und Feli sowie ihrem damals noch lebenden Kater Moritz also Blacky und Kessi ins Haus. Beide wurden liebevoll von Feli unter die Fittiche genommen und hatten fortan eine „Tante“, von der sie viel netter behandelt wurden als je von ihrer Mutter. Für Feli lohnte sich diese Freundlichkeit: Jahrelang war sie von ihrer ziemlich dreisten Schwester schikaniert worden und war ihr ängstlich aus dem Weg gegangen, nun aber gewann sie zwei treue Verbündete. Blacky ist inzwischen unumstrittene Revierchefin und ähnelt in vielem dem unvergesslichen Wotan, und Kessi kann in Sachen Zickigkeit Miri locker das Wasser reichen und hält der gutmütigen Feli den Rücken frei.

Anregungen zur Diskussion
- Katzen und kleine Kinder: Wie bereitet man Katzen und andere Haustiere auf eigenen Nachwuchs vor? Wie hält man kleine Kinder davon ab (unabsichtlich) Haustieren weh zu tun?
- Habt ihr Erfahrungen damit, Freigänger zu Wohnungskatzen zu machen und umgekehrt?
- Manche Tierschutzorganisationen plädieren dafür, auch bereits trächtige Katzen zu kastrieren, um die Überpopulation und damit das Katzenelend nicht noch weiter zu vergrößern. Für mich zwar nachvollziehbar, aber aus moralischen Gründen abzulehnen. Was meint ihr?
- Komplikationen bei und nach der Geburt - wer hat Erfahrungen?
- Gute Mütter - schlechte Mütter: alles Veranlagung, oder kann man als Mensch etwas dazu beitragen, dass tierischer Nachwuchs genug mütterliche Zuwendung bekommt?
- "Killerkatzen" (So sah das mein Nachbar...): Wie kommt ihr damit klar, dass auch die größten Schmuser Jäger sind und bei Freigang unter Umständen ziemlich viel Beute machen?
- Interessiert bin ich auch immer an Erfahrungen mit Vergesellschaftung und Katzen, wo ja von Mord und Totschlag bis fester Freundschaft so ziemlich alles vorkommen kann.

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Re: Meine Katzen - Teil 3

Beitrag  Christina am Mo März 30, 2009 10:33 am

Katzen und kleine Kinder: Wie bereitet man Katzen und andere Haustiere auf eigenen Nachwuchs vor? Wie hält man kleine Kinder davon ab (unabsichtlich) Haustieren weh zu tun?
Wo ich mit Lukas aus dem Krankenhaus kam durfte Tobi in Lukas anschauen. Aber wir haben in direkt vorboten alleine zu Lukas zu gehen. Mehr brauchten wir nicht zu tun. Lukas liebt alle Tiere und die ihn
- "Killerkatzen" (So sah das mein Nachbar...): Wie kommt ihr damit klar, dass auch die größten Schmuser Jäger sind und bei Freigang unter Umständen ziemlich viel Beute machen?
denke mal das ist natur

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Re: Meine Katzen - Teil 3

Beitrag  Gast am Mo März 30, 2009 11:17 am

einer Wohnungskatze Freigang zu gewähren ist für die Katze leicht aber nicht für Dosi...Ich habe das jetzt bei Angi verucht, sie is ja minsestens bis Mittag alleine im Haus. Sie ist aber meiner Meinung nach viel zu ängstlich, oder bin ich das?

Einen Freigänger zur Wohnungskatze zu machen ist dagegen für die Katze fast unmöglich dafür aber für Dosine leicht.
Meine Tochter hat ihren Freigänger ab November im Haus gelassen, da er mal mit erheblichen Verletzungen nach Hause gekommen ist.
Jetzt hat sofort eine offenen Türe benutzt um wieder rauszu gehen. Also ich glaube die vergessen das nie.

Mit kleinen Kindern habe ich da überhaupt keine Erfahrung.

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