Soziales Lemminge

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Soziales Lemminge

Beitrag  Christina am Sa Feb 28, 2009 11:33 pm

Lemminge leben in der Natur sehr wahrscheinlich in Gruppen. Deshalb sollten sie in der Heimtierhaltung nach Möglichkeit nicht einzeln gehalten werden. Es trifft nicht zu dass Lemminge, deren Partner gestorben sind nicht neu vergesellschaftet werden könnten. Lemminge brauchen einen Artgenossen zum Rangeln, sich gegenseitigem Putzen, gemeinsam im Nest Schlafen und natürlich vor allem um sich sicher zu fühlen.


Entscheiden Sie sich als Laie von Anfang an auf jeden Fall für zwei Lemminge. Optimal wäre die Haltung eines Paares. Allerdings sollte der Bock kastriert werden und derzeit ist es eher so, dass viele Tierärzte diese OP nicht durchführen, obwohl die Kastration von Lemmingen, durch die außen liegenden Hoden, chirurgisch kein großes Problem dar stellt und auch Narkosen von den Tieren recht gut vertragen werden.. Gemischte Gruppen mit einem unkastriertem Bock sollten von Laien nicht gehalten werden, nach einer Tragzeit von nur 20 Tagen bringt ein Lemmingweibchen ca. 4 - 8 Jungen zur Welt. Die Weibchen werden schon kurz nach der Geburt neu gedeckt, also ist mit einem Wurf im Monat zu rechnen. Auch wenn gut sozialisierte Lemminge Pausen einlegen und sich nicht weiter vermehren, wenn eine gewisse Gruppengröße erreicht ist, kann die Vermehrung schon nach kurzer Zeit stark aus dem Ruder laufen, wenn Ihre Lemminge nicht gut sozialisiert sind. Ebenso geht natürlich die Vermehrung weiter, wenn die Jungtiere aus dem Gehege entfernt werden.

Es wurden teilweise auch gute Erfahrungen bei einer Haltung von vier bis sechs weiblichen Lemmingen gemacht. Allerdings ist es für Anfänger ratsamer, nur zwei Weibchen aufzunehmen, denn bei größeren Gruppen kann es auch nach längerer Zeit zu Rangeleien und zum Bruch der Gruppe kommen, auch wenn die Weibchen aus einem Wurf stammen. Böcke sollten von Laien grundsätzlich nur zu zweit gehalten werden. Sie benötigen aber schon mehr Erfahrung bei der Haltung von Böcken. Es kann bei diesen auch nach längerer Zeit zu Rangkämpfen kommen.

Nehmen Sie idealerweise Geschwistertiere aus einem Wurf, diese sind am verträglichsten wenn sie nach der Geburt nicht getrennt wurden. Jungtiere um die 10 - 12 Wochen können relativ einfach vergesellschaftet werden, aber bei Fremdtieren steigt leider die Gefahr, dass sie sich auch irgendwann nicht mehr vertragen. Lesen Sie dazu auch die Seite Vergesellschaftung.
Wenn Sie vor haben Lemminge zu züchten, rate ich Ihnen trotzdem dazu, erstmal nur ein Zuchtpaar aufzunehmen und sie genau kennen zu lernen. Wenn Sie die Lemminge lange beobachten haben, ihre Verhaltensweisen kennen, Sie sich ausgiebig mit der Fachliteratur und im Internet über Genetik und Zucht auseinander gesetzt haben und sich über die Absatzmärkte in Ihrer Umgebung informiert haben, dann können Sie mit einer verantwortungsvollen Zucht beginnen und sich mehr Zuchtpaare anschaffen.

Viele Biologen und erfahrene Lemmingzüchter sagen, Lemminge würden sich nur moderat fortpflanzen, nur Alphatiere im Gehege (also das Elternpaar) pflanzen sich fort, ab einer gewissen Besatzdichte hören Lemminge ganz auf sich zu vermehren, Eltern paaren sich nicht mit ihren eigenen Jungen, Geschwister untereinander paaren sich nicht. Diese Aussagen treffen auf gute Zuchtstämme, die gut sozialisiert wurden und durchgehend in Händen von Experten waren häufig wirklich zu. Aber da Lemminge mittlerweile Modetiere sind, gibt es nun auch schon sehr viele Lemminge, die weniger gut sozialisiert sind. Leider findet allzu häufig keine vernünftige Auswahl von Zuchtieren mehr statt, es werden zu nah verwandte Tiere miteinander verpaart, die Jungtiere werden zu früh von den Eltern weggenommen. Diese Lemminge halten sich nicht mehr an die in Freiheit üblichen Regeln. Uns liegen schon jetzt sehr viele Berichte vor, von Lemmingen die sich trotz hoher Besatzdichte und zu kleinen Gehegen massenhaft vermehrt haben, wir haben Berichte vorliegen, von Verpaarungen zwischen Jungtieren und Eltern oder Geschwistern. Von daher müssen wir ganz klar sagen: nein, Lemminge hören nicht einfach irgendwann auf sich zu vermehren und Söhne decken durchaus auch die Mutter. Bei guten Zuchten kommt sowas nicht vor, aber es gibt nunmal leider nicht nur gute Zuchten, es gibt auch Massenvermehrer, Kinderzimmerzuchten und Unfälle...


Zuletzt von Christina am Sa Feb 28, 2009 11:36 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Soziales Lemminge

Beitrag  Christina am Sa Feb 28, 2009 11:34 pm

Daten
Zähne: Lemminge haben Vorne ständig nachwachsende Nagezähne (oben und unten jeweils 2), diese Zähne haben Vorne eine starke Zahnschmelzauflage, die gelblich bis orange ist. Sie besitzen außerdem Backenzähne die nicht nachwachsen.
Füße Lemminge haben Vorne an den Füßchen 4 Zehen und eine nur ansatzweise vorhandene 5 Zehe, an den Hinterfüßchen haben sie 5 Zehen.
Gewicht 25 - 35 g
Körpergröße ca. 8 - 12cm + Schwanzlänge ca. 0,7 - 1,7 cm.
Geschlechtsreife mit ca. 6 Wochen setzt die Geschlechtsreife ein. Allerdings kommt es eher selten vor, dass die Jungtiere dann schon decken, vor allem dann nicht, wenn der Vater und die Mutter im Gehege verbleiben.
Zuchtreife mit ca. 3 - 4 Monaten sind die Tiere Zuchtreif.
Tragzeit 20 Tage
Wurfgröße Durchschnittlich 4 - 8 Welpen.
Natürliche Fortpflanzungszeit Von April bis Oktober pflanzen sich wildlebende Lemminge fort. In der Heimtierhaltung pflanzen sich Lemminge das ganze Jahr über fort.
Durchschnittliches Alter ca. 1,5 - 2,5 Jahre
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Tiergerechte Lemmingbehausung

Beitrag  Christina am Sa Feb 28, 2009 11:41 pm

Größe

Im Allgemeinen wird ein 100 x 40 x 40 cm (Länge x Breite x Höhe) großes Becken oder Terrarium als Gehege für zwei Lemminge empfohlen.

Allerdings ist das wirklich eher als absolutes Minimum zu sehen. Wir empfehlen, den Lemmingen mehr Platz zu gönnen, ein Aquarium mit dem Maßen 120 x 50 x 50 cm für 2 - 4 Lemminge wäre unserer Ansicht nach sinnvoll, schön wäre eine Grundfläche ab 0,8 m² für eine größere Gruppe. Es darf gern auch noch etwas größer werden. Kleine Becken bis 80 cm Länge sollten nicht höher als breit sein, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten.

Der Größe der Becken/Gehege sind angeblich Grenzen gesetzt, es gibt bei größeren Lemminggruppen Revierbildungen und Aufsplittung der Gruppen. Eine Grundfläche von über 1,5 qm könnte also evtl. bei mehr als zwei Lemmingen zu Problemen führen. Bei Zweiergruppen ist der Gehegegröße keine Grenze gesetzt.

Gitter von Aquarien Abdeckungen oder Terrarienbelüftungen sollten einen Höchstabstand von 0,8 cm nicht überschreiten, wenn Jungtiere mit im Gehege wohnen. Für ausgewachsene Lemminge darf es auch Vierkanntdraht mit 1 cm Abstand sein. Allerdings: normale Käfiggitter ohne durchgehende Quervergitterung sollten nicht mehr als 0,8 cm Abstand haben, denn dort können die Tiere das Gitter verbiegen und sich schlimmstenfalls einklemmen (Gefahrenstellen sind da vor allem Türen, Ecken und Gitter wo Wasserflaschen und Ähnliches festgeklemmt wurde). Fliegengitter sind zu dünn und halten dem Nagetrieb der Lemming nicht stand! Passenden "Volierendraht" (punktgeschweißtes Gitter mit quadratischen Maschen, verzinkt) in verschiedenen Größen und mit verschiedenen Abständen) bekommen Sie z.B. bei Draht Driller. Informationen zur Farbe von Käfiggittern gibt es hier: Beschichtungen von Käfiggittern. Lemminge springen nicht sehr gut und von daher wird gern angenommen, eine Gitterabdeckung für die Lemminggehege wäre nicht nötig. Aber: Lemminge buddeln sehr gut und so kam es schon vor, dass die Lemmies über selbstgebuddelte Streuberge sehr einfach in die Freiheit maschierten.

Vor- und Nachteile verschiedener Haltungsformen

Sie können im Zoofachgeschäft zwischen Becken, Terrarium oder Käfig wählen.

Vor- und Nachteile verschiedener Haltungsformen:

Becken/Aquarium/entsprechender Eigenbau = gut geeignet.
Vorteile:

* Es kann kaum oder gar keine Streu aus dem Becken/Aquarium beim Graben herausfallen
* Sie können den Tieren eine dicke Streuschicht einfüllen, wo sich die Tiere richtige Gänge graben können.
* Keine störenden Gitterstäbe, freie Sicht auf die Tiere und kaum Gitternagen.
* Kostengünstiger als Voliere oder Terrarium.

Nachteile:

* Eine Trinkflasche, Etagen und Spielzeug können nicht so leicht befestigt werden.
* Schlechter Luft/Wärmeaustausch.
* Sie sind recht schwer und unhandlich.

Terrarium = geeignet
Vorteile:

* Sie können die Tiere von vorne herausnehmen.
* Die Tiere kommen für den Auslauf besser aus den Käfig.
* Keine störenden Gitterstäbe.

Nachteile:

* Höhere Kosten als beim Aquarium.
* Schlechter Luft/Wärmeaustausch.
* Keine hohe Einstreu möglich, da diese sonst beim Öffnen herausfällt.
* Terrarien sind recht schwer und unhandlich.
* Eine Trinkflasche, Etagen und Spielzeug können nicht so leicht befestigt werden.

Käfig = eher ungeeignet
Vorteile:

* Die Tiere können von vorne herausgenommen werden.
* Trinkflaschen und Spielzeug können leicht befestigt werden.
* Etagen können an den Gitterstäben leicht angebracht werden.
* Das Gitter ist eine zusätzliche Kletterfläche (allerdings klettern Lemming als reine Wühler ohnehin nicht besonders gern).

Nachteile:

* Einstreu fällt heraus und beschmutzt die Umgebung des Käfigs.
* Keine hohe Einstreu möglich, von daher können die Tiere sich keine Gänge bauen.
* Störende Töne vom wackeln an den Gitterstäben, evtl. auch von gelegentlichem Nagen an den Gitterstäben.
* Gefahr des Ausbrechens/Steckenbleibens der Tiere zwischen zu großen Gitterabständen.
* Es gibt unter Umständen Scheuerstellen vom Gitternagen. Das Gitternagen kann auch zur Stereotype werden.
* Plastikbodenwannen könnten angenagt oder durchgenagt werden.

Plastikgehege: = nicht besonders geeignet
Vorteile:

* Sie können viel und hoch Streu einfüllen.
* Leicht zu reinigen.
* Wenig Gewicht.

Nachteile:

* Schwer in großen Größen zu bekommen.
* Schlechter Luft/Wärmeaustausch.
* Werden angenagt und sind somit sogar Gefährlich!

Vogelvolieren sind für Lemminge nicht geeignet, da sie keine besonders guten Kletterer sind und von Etagen eher runterfallen und sich verletzen würden. Sie können in Volieren zwar die Etagen so anbringen, dass die Lemming nicht tief fallen können, aber von der Volieren und der Käfighaltung raten wir trotzdem ab, weil es dort kaum möglich ist hoch Einstreu einzufüllen.

Eine weitere Alternative ist natürlich ein Eigenbau
Dieser kann sehr individuell ihrem Wohnraum und den Bedürfnissen der Tiere angepasst werden. Beachten Sie nur, dass er groß genug ist, eine gute Belüftung hat und hoch eingestreut werden kann. Es können als Wand beschichtete Spanplatten verwendet werden, ebenso Plexiglasscheiben. Es muss aber darauf geachtet werden, dass die Lemminge keine Ansatzpunkte zum Nagen finden. Idealerweise werden alle Kanten mit Metall-/Alluschienen gesichert. Als Gitter für die Belüftung und den Deckel eignen sich punktverschweißte Vierkantgitter mit einem Gitterabstand bis höchstens 1,2 cm.
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Re: Soziales Lemminge

Beitrag  Christina am Sa Feb 28, 2009 11:43 pm

Standort:
Lemming mögen es gerne ruhig und hell, aber ohne ständige direkte Sonneneinstrahlung um vor Überhitzung zu schützen. Sie mögen eine geringe Luftfeuchtigkeit und eine Raumtemperatur um die 20 Grad. Das in dem Raum wo die Tiere stehen nicht Geraucht werden sollte versteht sich von selbst, auch eine extreme Geräuschentwicklung ist zu vermeiden.

Die richtige Einstreu:
Geeignet sind z.B. sehr feines Buchengranulat, Mais-, Hanf- oder Leineinstreu (Euro Lin) oder das normale Kleintierstreu (welches die meisten Lemming bevorzugen). Die Einstreu sollte staubarm oder staubfrei sein. Zum Nest bauen und um die Gänge zu befestigen sollten regelmäßig frisches Heu und mitunter auch Stroh/Strohhäcksel angeboten werden. Das Heu muss unter die Einstreu gemischt werden. Sie können in einem abgetrennten Bereich auch mal etwas Erde zum buddeln anbieten. Geeignet ist ein trockenes Sand / Erde Gemisch (im Ofen trocknen). Oft wird Torf empfohlen, allerdings ist dieser sehr umstritten, denn er ist meist zu sauer und schädigt das Fell, außerdem werden beim Torfabbau die Moore zerstört und vielen Wildtieren wird so der Lebensraum genommen. Fragen Sie im Blumenhandel nach ungedüngter Erde oder verwenden Sie Erde aus dem eigenen Garten. Die Erde aus dem Garten sollte im Ofen bei 100 Grad durchgetrocknet werden um Keime abzutöten, danach muss die Erde wieder leicht befeuchtet werden, damit sie nicht zu stark staubt und die Atemwege des Tieres reizt. Wegen der Feuchtigkeit darf Erde nie direkt neben oder unter das Schlafhaus und niemals ausschließlich Erde oder Torf als Einstreu verwenden.

Einen Tag vor der Käfigreinigung oder in einem abgetrennten Gehege können Sie Ihren Lemmingen auch mal Laub oder etwas ungedüngten Rasen mit Erde daran aus dem Garten anbieten, es dürfen auch Käferchen und Würmchen darin bleiben, die werden von den Lemmingen gerne verzehrt. Achten Sie darauf, das keine Zecken in der Erde oder auf dem Laub sind! Reinigen Sie am nächsten Tag das Gehege gründlich! Laub sollte niemals vom Boden aufgenommen angeboten werden, dort ist das Laub meist stark verschmutzt und es befinden sich Bakterien und Pilze auf dem Laub. Sinnvoller ist es, das Laub frisch vom Baum abzustreifen.

Die Einstreu sollte gut 20 - 25 cm hoch eingefüllt werden, damit die Tiere sich darin Gänge und Höhlen graben können! Manche Lemminhalter und Züchter empfehlen, das Gehege nur höchstens 10 cm hoch einzustreuen, da man sonst die Tiere nicht sehen kann. Sicher könnte es zu einem Problem werden, wenn die Tiere seltener oberhalb der Einstreu zu sehen sind, weil dann kranke Tiere evtl nicht schnell genug gefunden werden. Sicher sind die Lemminge öfter zu sehen, wenn sie kaum Möglichkeiten zu unterirdischen Aktivitäten haben. Sie können besser beobachtet werden und werden angeblich auch zahmer und anhänglicher, wenn die Einstreu nicht hoch genug zum Gänge graben ist. Aber es ist doch eine recht selbstsüchtige Art der Tierhaltung. Nur damit die Tiere beobachtet werden können, wird ihnen ein tiergerechter, unterirdischer Lebensraum verwehrt.


Zum Nestbauen können Sie folgende Dinge anbieten:

* Heu und Stroh
* Unparfümierte Taschentücher und Toilettenpapier
* Unbedrucktes Papier
* Frische und getrocknete Blätter und Kräuter
* Frische und getrocknete Moose

Vorsicht bei allen Arten von Tüchern! Taschentücher, Kosmetiktücher, Toilettenpapier und Küchentücher sind oft wasserfest und reißfest und damit nicht mehr für den Nestbau geeignet. Machen Sie vor der Verwendung solcher Tücher einen Wassertest. Legen Sie ein Stück von dem Tuch ins Wasser, löst es sich zu einem Brei auf, kann es zum Nestbau angeboten werden, bleibt es aber fest oder bleiben Fasern, dann ist von einer Verwendung abzusehen!

Nicht verwenden sollten Sie:

* Hamsterwatte
Im Handel nach wie vor die sogenannte Hamsterwatte angeboten, welche leider auch mitunter im Lemminggehege Einsatz findet. Diese Hamterwatte ist sehr gefährlich.
o Hamsterwatte zieht Fäden, es kam bei anderen Tierarten schon recht häufig vor, dass sie ihre Gliedmaßen darin abschnüren, viele Tiere haben schon so Gliedmaßen oder auch ihr Leben verloren.
o Hamsterwatte ist meist nicht atmungsaktiv, die Tiere feuchten sich zum Abkühlen stark an und durch die Feuchtigkeit können sich Pilze, Bakterien und Parasiten im Fell ansiedeln.
o Hamsterwatte ist leider nicht voll verdaulich, sie kann im Magen verklumpen.
* Stoffreste
o Stoffreste können ebenso wie Watte Fäden ziehen, mit der gleichen negativen Wirkung
o Stoffe sind heutzutage mit sehr vielen Chemischen Zusätzen belastet und wir wissen nicht, wie sich diese auf Lemminge auswirken können.
o Viele Stoffe sind unverdaulich

Nur unter Vorbehalt können wir Kapok Schoten (Baumwolle) empfehlen, zwar zieht dieses Naturmaterial keine Fäden, es ist aber extrem staubig.

Das Sandbad
Ein Sandbad ist für Lemminge eine interessante Abwechslung. Es dient ebenso der Krallenpflege und der Körper- /Fellpflege, allerdings benötigen die Lemminge nicht unbedingt ein Sandbad für ihre Fellpflege. Für das Sandbad darf ausschließlich ein hochwertiger Chinchillasand verwendet werden. Ein guter Chinchillasand besteht aus abgerundeten Sandkörnern (speziell abgerundet gebrannt). Guter und geeigneter Chinchillasand besteht aus Bimsstein. Ebenfalls geeignet ist Attapulgus- oder auch Sepiolith-Sand (leider sind beide Sandarten nicht ganz ungefährlich für den Menschen, sie können durch lungengängige Stäube zu Lungenproblemen/Lungenkrebs führen).

Weniger gut geeignet sind: grober Bausand, Sandkastensand, grober Quarzsand oder auch Vogelsand, diese Sandarten sorgen durch die rauen Kanten, welche man unter dem Mikroskop gut erkennen kann für Spliss. Vogelsand enhält außerdem oft Anis, welches die Tiere nicht gern riechen und scharfkantigen Muschelgrit, der zu Verletzungen führen kann. Durch zu groben Sand bricht das Fell und wird struppig.

Feiner Vogelsand kann verwendet werden, wenn er kein Anis enthält und kein Muschelgrit (dieser kann ausgesiebt werden). Feiner Terrariensand ist ebenfalls geeignet. Staubiger Sand kann die Augen der Lemminge reizen.

Da Lemming eine normale Sandbadewanne leider recht schnell leer räumen oder unterbuddeln, ist es sinnvoll, das Sandbad z. B. in einem Vogelnistkasten, einer Glasschale mit eingebogenen Rand oder auf einer Etage anzubieten, dort bleibt der Sand sauber und wird nicht sofort weggescharrt.

Gehegereinigung
Wenn Sie eine mindestens 20 cm hohe Einstreu eingefüllt haben, ist es nicht nötig, die Behausung häufiger als alle 4 Wochen komplett zu säubern. Ein größeres und noch höher eingestreuten Gehege muss evtl. noch seltener komplett gereinigt werden. Jede Reinigung des Geheges versetzt die Lemminge in totale Panik. Ihre Duftspuren an denen sie sich orientieren sind plötzlich weg, die gewohnte Schlafkammer ebenso verschwunden wie die gegrabenen Gänge. Gehegegroßputz ist ausgesprochen anstrengend für die Tiere, deshalb sollte das Gehege nur selten komplett gereinigt werden. Nehmen Sie das gesamte Nest vor dem Reinigen komplett heraus und auch einen Teil der Vorräte und legen Sie das Nest und die Vorräte (oder eine entsprechende Menge frischer Vorräte) nach der Reinigung zurück. Stellen Sie nie mehr als ein neues Teil nach der Reinigung in den Käfig. Ein bisschen was Neues im Gehege ist sicher angenehm, wenn aber alles falsch ist, dann Stresst es die Tiere sehr.

Zubehör
Wasser ist Wichtig, auch wenn mitunter behauptet wird, dass Lemminge als Steppenbewohner kein Wasser bräuchten, sollte immer Wasser zur Verfügung stehen. Da Wassernäpfe meist schnell eingebuddelt werden, sollten sie immer sehr hoch auf Etagen angebracht und vielleicht sogar noch durch ein kleines Häuschen oder eine Kokosnussschale mit Eingangsloch vor Einstreu geschützt werden. Sind keine Etagen vorhanden sollte eine Wasserflasche angebracht werden. Hängen Sie die Flasche von oben in den Käfig - ein Beispiel wie das zu bewerkstelligen ist, finden Sie hier: Sarah-Lilias geniale Flaschenaufhängung. Allerdings können Sie die Flaschen auch mit einem einfachen Klettverschluss am Glas befestigen (einfach am Glas und an der Flasche Klettband anbringen, idealerweise mit doppelseitigem Klebeband, so hält die Flasche bombenfest). Es gibt auch Flaschenhalerungen mit Gumminoppen die an die Glasscheiben geklettet werden, leider werden diese Gumminoppen mitunter von den Lemmingen angenagt.

Einen Futternapf können Sie in das Gehege stellen, in der Regel wird dieser aber schnell zu gebuddelt, er sollte also auch auf einer Etage stehen. Sie können das Trockenfutter auch im Käfig verstreuen, so haben die Tiere was zu tun und auch rangniedriger Lemming haben die Chance an gutes Futter zu kommen. Frischfutter und Milchprodukte werden in einer Schale angeboten, die auf einer Etage oder einem Haus stehen sollte, damit der Inhalt nicht zu schnell verschmutzt. Frischfutter können Sie auch auf einem sogenannten Gemüsespieß anbieten, dieser wird mit Gemüse bestückt und dann an das Deckengitter gehangen, so wird das Gemüse nicht zugebuddelt und bietet einen zusätzlichen Anreiz zur Beschäftigung.

Wenn die Lemminge eine bestimmte Ecke im Gehege bevorzugen, kann es sinnvoll sein, dort eine Keramikecktoilette aufzustellen.
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Re: Soziales Lemminge

Beitrag  Christina am Sa Feb 28, 2009 11:44 pm

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Einrichtung
Verzichten Sie bei der Einrichtung des Lemmingheims auf Plastik, angenagt und verzehrt könnte es zum Tode der kleinen Lieblinge führen. Auch ist in diesen Plastikhäusern und -röhren keine ausreichende Luftzirkulation gegeben, Pilze und Bakterien siedeln sich schneller an und sie sind als tierwiedrig eingestuft. Verzichten Sie auch auf Gitteretagen, in denen die Lemminge stecken bleiben können. Verzichten Sie aber auf Nadelhölzer, austretenden Harze sind giftig für Lemminge.

Schwere Einrichtungsgegenstände wie Steine, Tonhäuschen, Sandbad oder Wurzeln dürfen nicht auf die Einstreu gestellt werden. Wenn die Steppenlemminge darunter ihre Gänge graben, könnte es zu Einstürzen kommen oder die Steppenlemminge klemmen sich unter diesen Einrichtungsgegenständen ein. Von daher gehören schwere Gegenstände auf den Gehegeboden oder gesichert auf Etagen.

Häuser: Ein geräumiges Häuschen sollte nicht fehlen. Hier eignen sich im Handel erhältliche Hamsterhäuschen, oder auch Nistkästen für Wellensittiche. Das Haus sollte die Mindestmaße 15 x 15 x 10 xm nicht unterschreiten. Die Eingangsöffnung für alle Häuser und Spielzeuge für Steppenlemminge sollten mindestens 3,5 cm Durchmesser haben. Nicht immer werden die Häuser angenommen, oft buddeln sich die Lemminge lieber Wohnhöhlen, aber dann kann das Haus auf einer Etage immer noch als Schutz für den Wassernapf oder das Frischfutter dienen.


Stein: Ein Stein sollte ebenfalls vorhanden sein, am besten eignet sich einen kleinen Naturstein, aber auch ein Ytong Stein ist geeignet. Der Stein wird benötigt, damit sich die Tiere so auf natürlichem Wege die Krallen abnutzen können. Wird der Stein unter einen Futternapf oder den Wassernapf gelegt, müssen die Tiere darüber laufen und nutzen so ihre Krallen ab.

Holz/Kork: Durchlöcherte Baumstümpfe, lange dicke Äste (Vorsicht, keine Astgabeln in denen sich die Lemminge einklemmen könnten), Treppen aus Holzscheiben sind sehr beliebt. Als Unterschlupf sinnvoll sind Holzbrücken. Diese bestehen meist aus Weidenzweigen und sind auch unter dem Namen "Weidenzweigröhren" bekannt. Sie sind auch mitunter in Haselnuss oder anderen Holzarten erhältlich. Bei diesen Röhren sind die Zweige biegsam mit Draht verbunden, sie können als Höhle oder Rampe eingesetzt werden.

Ebenfalls eignen sich verschiedene Spielsachen aus Kork. Geeignet sind z. B. Korkröhren, Korkbrücken oder Halbröhren/Höhlen und Korkrampen. Kork kann läßt sich leicht mit Essigwasser reinigen und darf auch mal angenagt werden.

Heunester: Im Zoofachhandel werden Heunester angeboten. Diese dürfen nur verwendet werden, wenn sie kein Drahtgerüst aufweisen, dieses kann zu Verletzungen führen, wenn die Lemminge das Nest zernagen. Diese Heunester liegen oft Wochenlang in Läden und Lagerhäusern offen herum, denn sie werden unverpackt verkauft. Kein Wunder also, dass sich schon viele Lemmingehalter mit diesen Nestern Milben und anderes Ungeziefer ins Haus geholt haben. Von daher sollten neu gekaufte Heunester unbedingt mindestens 48 Stunden vor der Verwendung im Käfig eingefroren werden, damit Parasiten abgetötet werden.

Kokos: Kokosnussschalen, ganz oder auch halb, sind als Unterschlupf geeignet.

Ton/Keramik: Gegenstände aus Ton oder Keramik eignen sich ebenfalls für Lemminge, achten Sie aber darauf, dass die Öffnungen mindestens 5 cm groß sind, kleinere Öffnungen müssen ausgesägt oder verschlossen werden, damit die Tiere nicht drin stecken bleiben. Eine alte, große Teekanne oder auch umgedrehte Blumenuntertöpfe sind beliebt.

Pappe: Lange Pappröhren, wie beispielsweise Paketrollen, sind beliebt. Auch unbedruckte Kartons in allen Größen können interessant sein, ebenso Eierkartons mit Taschentüchern und ein wenig Futter befüllt. Geschlossen in den Käfig gestellt bietet ein solcher Karton Anreiz, ihn zu erkunden. Alle Pappgegenstände werden mit Begeisterung von Lemmingen zerschreddert. Wichtig: achten Sie darauf, dass die Papprollen nicht mit Klebstoff behandelt sind. Toilettenpapierrollen eigenen sich nur, wenn sie nicht im Bad in Benutzung waren, sonst sind sie meist zu stark mit Coli Bakterien belastet (Toilettenpapier einfach vorher abrollen und schöne Höhlen draus basteln, siehe nächster Absatz). Sind Klebestellen an den Rollen, bitte diese nicht verwenden. Eierkartons können mit Salmonellen belastet sein!
Etagen


Etagen

Bastelideen

Laufräder

Joggingbälle

Rodipet Wohnfelsen
Wohnfels


baumstamm
durchlöcherter
Baumstamm

Lemming
Lemming mit Wurzel

Korkröhre
Korkröhren

Korkröhre
Lemming in Röhre
Etagen in verschiedenen Größen sind optimal um Wassernäpfe und Frischfutternäpfe anzubieten. Es ist darauf zu achten, dass sie keinesfalls mehr als 1/3 der Gesamtaquariengrundfläche bedecken! Ideal sind Holzetagen aus ungiftig verleimtem Sperrholz, oder Naturholzplatten, welche mit "sabbersicherem" Lack (Bezeichnung "EN 71"), wie er in Baumärkten für Kinderzimmereinrichtungen angeboten wird, ungiftig versiegelt werden.

Zur Befestigung der Etagen im Eigenbau können Regalbefestigungen wie man sie für Wandregale verwendet an die Wand geschraubt werden. Im Aquarium/Terrarium können 1 cm dicke Holzleisten mit Heißkleber, oder auch einem zwei Komponentenkleber an drei Seiten befestigt werden. Auf diesen Leisten wird dann die Etage aufgelegt und kann leicht zum Reinigen wieder entfernt werden. Möchten Sie keine festen Leisten anbringen, können Sie auch einfach 4 Holzbeine unter das Brett schrauben, so dass ein kleines Tischen entsteht. Eine Korkrampe oder eine Treppe ist als Aufstieg zur Etage sinnvoll. Leitern mit offenen Sprossen hingegen können gefährlich werden, da Lemminge in solchen Sprossen stecken bleiben könnten. Bei großen Etagen kann es sinnvoll sein, in die Etage einige Löcher zu sägen, damit die Lemminge dadurch schnell nach unten "abtauchen" können, wenn sie beunruhigt sind.
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Re: Soziales Lemminge

Beitrag  Christina am Sa Feb 28, 2009 11:45 pm

Bastelideen
Einige Anregungen zum Selberbasteln von Lemmingekäfigeinrichtung und Spielzeug. Zum Verkleben nehmen Sie am Besten einen ungiftigen Klebstoff auf Wasserbasis, wir verwenden Ponal oder eine Mehl/Wasser Pampe. Natürlich halten einige dieser Ideen den nagewütigen Lemmingen nicht lange Stand, aber diese Dinge machen den Lemmingen Spaß und von daher bastelt der begeisterte Lemminghalter doch gern jeden Monat ein paar Ballonhöhlen oder Labyrinthe.



Etage
Etage im Aqua, angeklebte Leisten
Höhle/Iglu/Röhre: Nehmen Sie einen Luftballon, blasen Sie ihn auf und wickeln Sie viel Toilettenpapier umzu, machen Sie das Toilettenpapier mit Wasser naß, drückt Sie es sehr fest und wickeln noch mehr Toilettenpapier drumzu (4-6 Lagen). Sie können auch bereits feuchtes Toilettenpapier umzuwickeln. Anschließend lassen Sie die Toilettenpapierhöhle trocknen (2 - 3 Tage auf der Heizung oder ein paar Stunden bei 50 Grad im Ofen, wenn Sie den Ballon im Ofen trocknen wollen, sollten Sie vor dem Trocknen ein wenig Luft rauslassen). Nach dem Trocknen schneiden Sie die vordere Spitze ab und entfernen den Ballon und schon haben Sie eine prima ungiftige, vollverdauliche Lemminghöhle. Wenn Sie die untere Seite abschneiden dann gibts einen Lemmingeiglu. Für Lemmingeröhren nehmen Sie längliche Ballons. Siehe Bild rechts


Treppe: Schneiden Sie sich eine Holzplatte zurecht, ca. 25 x 20 cm Anschließend nehmen sie Klopapier- oder Küchenrollen (oder auch Rundhölzer wenn Sie es sehr robust haben möchten) und schneiden Sie diese in verschiedene Längen ca. 5, 10, 15 und 20 cm. Kleben Sie die Röhren wie eine Wendeltreppe hochkant nebeneinander auf das Holz. Anschließend müssen Sie nur noch 4 Holzbrettchen zurechtsägen oder aus dicker Pappe zuschneiden ca. 5 x 10 cm oder größer und kleben diese oben auf die aufrechten Klopapierrollen. Solche Treppen eignen sich gut, um auf die Etagen zu kommen. Siehe Bild rechts


Labyrinth: dafür eignet sich ein alter unbedruckter Karton, ca. 12- 20 cm hoch etwa L 50 x B 30 cm (oder wies grad kommt) diesen Karton klappen Sie oben auf und zeichnen ein großzügiges Labyrinth ein, aber so, daß größere Räume bleiben. Anschließend kleben Sie hochkannt Pappwände an (dicke Wellpappe eignet sich da besonders gut, die Wände werden bis zum austrocknen mit Stecknadeln fixiert), die so hoch sind wie der Kasten und schließen den Kasten wieder. Dieses Labyrinth können Sie z.B. gut mit Paketband oder Draht oben am Käfiggitter befestigen, als Aufstieg schneiden Sie einfach ein breites Stück Pappe zurecht und beklebt es mit dicken Pappstreifen Wie eine Treppe. Ohne Deckel können Sie es umgedreht ins Streu oder in den Auslauf stellen.


Ytonghaus: (Haus aus Gasbeton-Stein / Porenbeton-Stein) In Baumärkten bekommen Sie Gasbeton-Steine, meist unter der Markenbezeichnung "Ytong-Stein". Diese weißen, porösen Steine lassen sich sehr leicht bearbeiten und zu kunstvollen Lemmingehöhlen oder auch Treppen umbauen. Am besten fragen Sie nach Bruch, den bekommen Sie evtl. billiger oder sogar umsonst. Den Ytong-Stein können Sie von Aussen sehr einfach mit der Säge bearbeiten, Sie können Treppen hineinsägen oder auch einfach nur Ecken glätten damit es runder und natürlicher aussieht. Die Feinarbeiten um Ecken zu glätten können Sie gut mit einer Feile ausführen. Das Aushöhlen ist nicht ganz leicht. Wir haben es mit einem Bohrer (Fräsaufsatz oder großer Bohrer), Hammer und Meissel und sogar mit einem einfachen Löffel versucht, alles ist möglich, Sie müssen einfach sehen womit Sie am besten zurecht kommen. Das Haus auf dem Bild rechts hat z. B. zwei Kammern. Die große Kammer mit dem Vorderausgang, ist durch einen röhenartigen Durchgang mit einer kleinen Nebenkammer verbunden die an der Seite einen Ausgang hat. Grade im Sommer sind diese kühlen Steinhäuser beliebt. Wichtig: Beim bearbeiten des Ytong-Steins staubt es sehr stark, die Arbeiten sollten nicht neben dem Gehege und am besten mit einem Mundschutz ausgeführt werden!

Laufräder

Ob nun Lemminge unbedingt ein Laufrad brauchen, oder nicht, vermag ich nicht zu sagen. Da streiten sich die Gelehrten. Fakt ist aber leider, dass die meisten im Handel erhältlichen Laufräder eine große Gefahrenquelle darstellen:

* In den Sprossen und Aufhängungen einiger Laufräder (Metallaufrad/Holzlaufrad)können sich die Lemminge verfangen und sich die Gliedmaßen verrenken oder schlimmstenfalls brechen.
* Unter dem Laufrad können sie bei einigen Modellen eingequetscht und verletzt werden .
* Beim Aussteigen können die Lemminge sich zwischen den Haltestreben einquetschen (Schereneffekt). Diese Gefahr besteht vor allem, wenn zwei Lemminge gleichzeitig laufen, ein Tier will aussteigen, das andere Tier läuft weiter und schon ist ein Lemming eingeklemmt.
* Es kommt durch die meist zu kleinen Laufräder zu einer starken Verkrümmung der Wirbelsäule (vorne läuft das Tier hoch, hinten runter!), sie wird falsch abgenutzt, was den Lemmingen auf Dauer Schmerzen bereitet und im schlimmsten Fall zu Bandscheibenvorfällen führt.
* Oft laufen Lemminge auch zu schnell im Laufrad, dabei kann es dazu kommen, dass sie sich überschlagen oder über die eigenen Füßchen stolpern, dass es dabei zu Verletzungen kommen kann, ist leider nur zu oft bestätigt worden. Mitunter behindern Lemminge sich gegenseitig beim Laufen im Rad, was ebenfalls zu Verletzungen und Stürzen führen kann.
* Weichplastiklaufräder könnten angenagt werden und die Splitter können im Darm zu schweren Verletzungen und zum Tode der Tiere führen.

Mehr Informationen über die Verschiedenen im Handel angebotenen Laufradvarianten können Sie hier nachlesen: Laufräder

Da die meisten Lemminge hin und wieder gern ein Laufrad nutzten um einfach mal los zu rennen oder auch um Stress abzubauen, wäre ein Laufrad aber schon sinnvoll, es sollte allerdings dringend auf folgende Eigenschaften geachtet werden:

* Das Rad muss einen Mindestdurchmesser von 20 cm haben.
* Das Laufrad muss auf einer Seite völlig geschlossen sein (Gitter sind gefährlich - die Füßchen können sich darin verfangen)
* Die Lauffläche muss völlig geschlossen sein, Jutebänder werden angenagt oder hängen durch, müssen also oft kontrolliert werden das Rad sollte nur an der geschlossenen Seite aufgehangen werden - Räder mit Standbeinen sind immer eine Gefahrenquelle, besser ist eine Befestigung an der Wand.
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Re: Soziales Lemminge

Beitrag  Christina am Sa Feb 28, 2009 11:46 pm

Grundsätzliches zur Aufstellung des Laufrades:
In hoch eingestreuten Gehegen ist es möglich, dass die Lemminge ihr Rad zubuddeln. In kleinen Aquarien mit einer Höhe von 40 cm können Etagen häufig nicht hoch genug angebracht werden, denn die Räder selber sind zwischen 22 und 30 cm hoch. Deshalb ist es bei kleinen Aquarien evtl. sinnvoll, einen Gitterkäfigaufbau (ohne Plastikbodenschale) für das Rad am Aquarium anzubringen (siehe Bild rechts) oder aber ein zusätzliches kleines Aquarium, ohne oder nur mit wenig Einstreu, anzubieten. Dort kann dann das Rad, sowie Wasser und Frischfutter angeboten werden. Die Aquarien können mit handelsüblichen Hamsterröhren verbunden werden. Diese Röhren sind nicht als Einrichtung für Lemminggehege geeignet, als Übergang von einem Gehege in ein anderes Gehege sind sie aber durchaus sinnvoll (so lange sie nicht angenagt werden).

Bei höheren Aquarien oder Eigenbauten ab 50 cm reicht eine entsprechend hoch angebrachte Etage meist aus. Wird diese doch zugebuddelt, kann am Rand der Etage noch eine Holzplatte hochkant angebracht werden, um das Rad vor Einstreu zu schützen. Häufig reicht es aber aus, eine kleine Etage/ein Tischchen aufzustellen, dass etwas höher als die normale Einstreuhöhe ist. Es soll sogar ausreichen, das Laufrad direkt auf die Einstreu zu stellen, als Unterlage wird dann eine Hanfmatte gewählt, allerdings ist diese Variante nicht sehr sicher und das Rad könnte kippen. Damit das Rad auf den Holzböden nicht zu laut wird, hat es sich bewährt, eine Hanfmatte oder Küchenpapier unter das Rad zu legen.
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Re: Soziales Lemminge

Beitrag  Christina am Sa Feb 28, 2009 11:48 pm

Nachwuchs bei Lemmingen
Allgemeine Infos
In der Heimtierhaltung hat sich der graue Steppenlemming etabliert, deshalb gehen wir auf dieser HP ausschließlich auf diese Art ein!

In ihrer Heimat pflanzen sich graue Steppenlemminge nur während der wärmeren Monate von April bis Oktober fort. Selten kommt es auch im Winter zu Nachwuchs. In der Heimtierhaltung finden die Lemminge allerdings das ganze Jahr über optimale Bedingungen vor, es ist genug Futter vorhanden und so pflanzen sich die Lemminge dort das ganze Jahr über fort. Die Bereitschaft zur Fortpflanzung ist abhängig von einer hochwertigen Fütterung und auch das Licht scheint eine Rolle zu spielen. Wenn die Lichtphasen kürzer werden und das Futterangebot schlechter wird, pflanzen sich Lemminge in freier Wildbahn seltener fort, werden also die Lichtphasen im Lemminggehege verkürzt, nimmt die Fortpflanzungsbereitschaft ein wenig ab. Aber bitte stellen Sie Ihre Lemmingpaare nun nicht in dunkle Zimmer um weiteren Nachwuchs zu vermeiden, das klappt nicht immer und ist für die Tiere mit Stress verbunden und kann ebenso zu Gesundheitschäden und Mangelerscheinungen führen!


Vorab
Sicher ist es für einen Laien schön, wenn man mal die Geburt und Aufzucht junger Lemminge miterleben kann. Es wird auch immer wieder dazu geraten, Lemminge als Paar oder gemischte Gruppe (mehrere Weibchen mit einem Bock) zusammen zu halten, da dies die natürlichste Form der Haltung ist. Trotzdem möchten wir Laien davon abraten, sich Lemmingpaare anzuschaffen und den Bock unkastriert zu lassen.

Es ist zwar durchaus verständlich, dass der Heimtierhalter mitunter Wunsch nach "Ablegern" seiner Lemminge hegt, trotzdem sollte jeder Tierhalter aus folgenden Gründen davon Abstand nehmen, mit seinen Heimtieren Nachwuchs zu produzieren.

* Meist ist es nicht möglich, den Nachwuchs zu behalten, ein guter Züchter hat viele Terrarien und häufig ein ganzes Zimmer für seine Tiere. Kaum ein Heimtierhalter hat genug Platz um auch nur 2 oder 3 weitere Terrarien aufzustellen. Überlegen Sie sich gut, ob Sie Nachwuchs haben möchte, der möglicherweise kein neues Zuhause findet oder die Zahl der Tiere im Heim noch weiter nach oben schießen läßt. Sind Sie sich sicher, dass Sie die Tiere in wirklich gute Hände abgeben können? Das nächstbeste Zoofachgeschäft ist nicht unbedingt immer der beste Platz und das Verramschen der Tiere über Zeitungsanzeigen klappt nur dann, wenn Sie wenig Wert auf tiergerechte Haltung Ihrer Nachzuchten legen.

* Schwangerschaft und Geburt bergen viele Risiken, nicht selten verlieren Halter ihre Lemminge bei dem missglückten Versuch mit ihr zu "züchten". Es kann zu Komplikationen wären und nach der Schwangerschaft kommen, z. B. das die Jungen steckenbleiben, quer liegen oder die Geburt nicht normal eingeleitet wird. Da könnten hohe Tierarztkosten auf den Halter zukommen, dass sollte vorab bedacht werden.

* Grundsätzlich sollten Lemminghalter mit ihren Tieren nicht herum experimentieren. Es ist absolut nicht ratsam, Lemminge einfach nach Schönheit und persönlichem Gutdünken zusammen zu setzen, um zu schauen, was da wohl für Babys heraus kommen. Häufig erwerben Laien auch Geschwistertiere. Es sollte klar sein, dass ständige Inzucht auch bei Lemmingen zu Problemen führen kann.

Erste und Wichtigste Voraussetzung für das Verpaaren von Lemmingen ist, dass beide Elterntiere gesund und kräftig sind und keine Krankheiten weitervererben. Um Inzucht zu vermeiden werden meist nur Tiere aus verschiedenen Familien (Zuchtlinien) miteinander verpaart. Inwiefern das aber überhaupt möglich ist, kann in diesem Artikel nachgelesen werden: Rodent Info / Anmerkungen zur Inzucht.

Grundsätzlich werden nur gut sozialisiert Lemminge verpaart. Sind die Tiere aggressiv, greifen die Böcke ggf sogar ihre Jungtiere an, sind diese Tiere und ihre Nachkommen aus der Zucht zu nehmen. Wenn beim ersten Wurf kranke, schwache oder auffällig kleine Würfe auftraten, sollten die Elterntiere ebenfalls aus der Zucht genommen werden.

Schon vor der Geburt der Jungtiere, sollten Sie sich auch Gedanken darüber machen, wie es dann weiter gehen soll. Haben Sie vor ständig ein Paar Lemminge zusammenzuhalten, dann bedenken Sie, dass das Weibchen nach einer Trächtigkeitsdauer von ca. 20 Tagen meist 4 - 8 Junge bekommt und nach weiteren 21 - 30 Tagen erneut werfen könnte. Da kann die Vermehrungsrate schnell außer Kontrolle geraten. Sie müssen die Jungtiere mit spätestens 4 Wochen nach Geschlechtern trennen um zu verhindern, das der Vater die Töchter deckt, oder die Söhne die Mutter decken. Diese Inzucht kann zu Schäden an den Neugeboreren führen. Wollen Sie nur einmal Nachwuchs aufwachsen sehen, dann trennen Sie die Eltern schon vor der Geburt, denn ein Lemmingweibchen kann schon kurz nach der Geburt wieder gedeckt werden.

Paarung
Haben Sie sich nun ein Pärchen Lemminge angeschafft oder erfolgreich vergesellschaftet, wird es auch Früher oder später zur Paarung kommen. Das Weibchen sollte beim ersten Wurf nicht jünger als 3 Monate sein und nicht älter als 1 Jahr. Ist das Lemmingweibchen hitzig, zeigt sie es dem Bock deutlich mit Duftsignalen und speziellen Bewegunsgsabläufen. Der Bock "jagt" und bedrängt das Weibchen, mitunter "quietscht" das Weibchen wenn es noch nicht paarungsbereit ist und rennt weg. Das Quietschen ist allerdings auch ein Bestandteil des Paarungsrituals. Ist das Weibchen paarungsbereit, hebt es das Schwänzchen/den Po und der Bock reitet auf. Die Tiere paaren sich dann mehrmals innerhalb kurzer Zeit. Von da an gibt es kein Zurück mehr und viele neue Lemminge sind unterwegs.

Geburt und Aufzucht
Ob ein Lemmingweibchen schwanger (trächtig) ist, erkennen sehr erfahrene Züchter mitunter schon ab dem Ende der zweiten Schwangerschaftswoche, doch häufig ist die Schwangerschaft erst in den letzen Tagen vor der Geburt zu erkennen. Das Weibchen wird etwas behäbiger, frisst etwas mehr und reagiert gereizter auf Störungen. Sie verbringt mehr Zeit damit ein geräumiges Wurfnest zu bauen. Bieten Sie dem Weibchen viel Nistmaterial an. Geben Sie aber auf keinen Fall Watte, Hamsterwatte, Stoffreste oder Ähnliches ins Nest, welche Materialien zum Nestbau geeignet sind, können Sie hier nachlesen: Lemming Gehege / Nistmaterial .

Die Tragzeit beträgt etwa 20 Tage, säugt das Muttertier kann sich die Tragzeit etwas verlängern. Lemmingweibchen haben einen erhöhten Eiweiß und Mineralbedarf, geben Sie deshalb eine abwechslungsreiche Kost. Verfüttern Sie etwas mehr Trockenfutter, viel hochwertiges Grünfutter und zusätzlich Magerquark oder Mehlwümer.

Kurz vor der Geburt vertreiben manche Lemmingweibchen die anderen Familienmitglieder (den Bock) aus dem Nest. Der Bock baut sich dann vorrübergehend ein Notnest. Manche Böcke bleiben aber auch beim Weibchen und helfen bei der Geburt und der Jungenaufzucht. Wollen Sie nur einmal Nachwuchs aufwachsen sehen, dann trennen Sie die Eltern schon vor der Geburt, denn ein Lemmingweibchen kann schon kurz nach der Geburt wieder gedeckt werden.

Die Geburt findet meist in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden statt. Die Jungen werden relativ zügig nacheinander geboren, jedes Einzelne wird von der Mutter in Empfang genommen und abgenabelt, danach wird es sofort von der Eihaut befreit und trocken geleckt.
Das kräftige Ablecken der Jungen hat mehrere Gründe:

* die Jungen werden so gesäubert
* die Blutzirkulation wird angeregt und der Kreislauf wird so erst richtig in Gang gebracht
* Mutter und Kind stellen so eine Bindung her und die Mutter nimmt den Geruch des Jungen auf

Die Eihaut sowie die Nachgeburt werden von der Mutter gefressen. So hält sie das Nest sauber und bekommt wichtige Nährstoffe zurück.

Die Jungen kommen blind und unbehaart zur Welt, sind also Nesthocker.

Es können zwischen 2 und 8 Welpen geboren werden, mitunter sind es mehr oder auch weniger.

Wichtig!
Stören sie die junge Mutter nicht, greifen Sie nicht in das Gehege oder das Nest. Das komplette Gehege und vor allem das Nest dürfen erst wieder saubergemacht werden, nachdem die Jungen das Nest selbstständig verlassen, also wenn sie etwa 3 Wochen alt sind. Nur die Pinkelecken sollten natürlich trotzdem gereinigt werden und Frischfutterreste werden entfernt.

Lemming die bei der Jungenaufzucht gestört werden, reagieren oft sehr aggressiv und beißen bzw. fressen sogar ihre Jungen, wenn sie Angst haben oder keine Ruhe finden. Ebenso kann es dazu kommen, dass die Jungen gefressen werden, wenn die Mutter unter Mangelerscheinungen leidet, der Wurf zu groß ist, sie sich durch andere Tiere gestört fühlt, die Mutter sehr unerfahren und zu jung oder zu schwach ist.
nach oben / Index
Entwicklung der Jungen

* Bei der Geburt wiegen die jungen Lemminge ca. 1 g. Sie sind völlig nackt, ihre Augen sind geschlossen, die Ohren sind ebenfalls noch zu. Die Mutter säugt die Jungtiere und stimuliert durch kräftiges Lecken des Bauchs und der Analregion den Kot und Harnabsatz. Die Ausscheidungen der Jungtiere werden von der Mutter gefressen um das Nest sauber zu halten.
* Ab dem 2. Lebenstag wird eine leichte Pigmentierung der Haut sichtbar, der typische Aalstrich auf dem Rücken ist zu sehen.
* Ab dem 3. Tag wird leichte Behaarung wird sichtbar.
* Ab dem 6. Tag sind die Ohrmuscheln besser zu erkennen.
* Ab dem 10. - 13. Tag sind die Augen offen, die Tiere putzen sich selbstständig, der Kot und Harnabsatz funktioniert nun ohne die Stimulation durch die Mutter. Die Jungen machen selbstständige Ausflüge in die Umgebung und spielen mit ihren Geschwistern. Sie beginnen, feste Nahrung aufzunehmen.
* Ab dem 21. Tag sind die Jungen völlig selbstständig und werden nun auch nicht mehr von der Mutter gesäugt, sie brauchen ihre Mutter aber noch, um das lemmingtypische Sozialverhalten von ihr zu lernen.
* Mit ca. 10 - 12 Wochen färbt sich das anfänglich eher hellgraue Fell langsam dunkler und wird brauner.

Junge Lemminge benötigen Kontakt zu erwachsenen Lemmingen. Nur so lernen sie das lemmingtypische Verhalten und werden gut sozialisiert. Viele Züchter lassen die Jungtiere bis Ende der 4 Woche bei den Eltern, welche zusammen im Nest wohnen. Allerdings werden Jungtiere von den Eltern mitunter selber aus dem Nest vertrieben, wenn ein neuer Wurf im Nest liegt. Dann ziehen die älteren Jungtiere in ein eigenes Nest, es wird berichtet, dass sie teilweise sogar der Mutter bei der Jungenaufzucht helfen.

Natürlich ist ein solches Vorgehen für Halter, die nur einmal Nachwuchs haben wollen bzw. die aus Versehen schwangere Tiere gekauft haben oder statt gleichgeschlechtlicher Lemminge ein Pärchen erworben haben nicht sinnvoll. Es ist hier ratsam, die Eltern vor der Geburt der Jungtiere zu trennen! Die Jungtiere werden ab Ende der 4. Lebenswoche nach Geschlechtern getrennt, obwohl die Jungböcke meist noch nicht deckfähig sind, ist diese Trennung hier sinnvoll, um ganz sicher zu gehen, dass es nicht doch einen frühreifen Bock gibt, der die Mutter oder die Schwestern deckt. Wenn die Eltern gut sozialisiert sind, können die Weibchen bei der Mutter und die Jungen beim Vater wohnen. Beim Zusetzen zum Vater müssen meist die Vergesellschaftungsregeln eingehalten werden, mitunter klappt es aber leider nicht, dann müssen die Jungböcke leider schon ab der 4. Lebenswoche ohne erwachsene Lemming auskommen. Ideal ist das sicher nicht, aber um weiteren ungewollten Nachwuchs zu verhindern ist es leider nötig. Wenn die Jungtiere sich aber mit dem jeweiligem Elternteil gut verstehen, ist es sehr sinnvoll, die Jungtiere dann noch gut 4 - 6 Wochen bei dem jeweiligen Elternteil zu belassen. Junge Lemminge sollten von daher frühestens mit 5 Wochen, idealerweise erst mit 8 - 10 Wochen in ein neues Zuhause ziehen. Dann sind sie sozial gefestigt und meist auch viel verträglicher.

Lemmingweibchen, die länger bei Ihren Müttern lebten und ihnen bei der Aufzucht der Jungen geholfen haben, sind wesentlich ruhiger und sicherer wenn sie selber Jungen bekommen.
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Abschließend:
Viele Biologen und erfahrene Lemmingzüchter sagen, Lemminge würden sich nur moderat fortpflanzen, nur Alphatiere im Gehege (also das Elternpaar) pflanzen sich fort, ab einer gewissen Besatzdichte hören Lemminge ganz auf sich zu vermehren, Eltern paaren sich nicht mit ihren eigenen Jungen, Geschwister untereinander paaren sich nicht. Diese Aussagen treffen auf gute Zuchtstämme, die gut sozialisiert wurden und durchgehend in Händen von Experten waren häufig wirklich zu. Aber da Lemminge mittlerweile Modetiere sind, gibt es nun auch schon sehr viele Lemminge, die weniger gut sozialisiert sind. Leider findet allzuhäufig keine vernünftige Auswahl von Zuchtieren mehr statt, es werden zu nah verwandte Tiere miteinander verpaart, die Jungtiere werden zu früh von den Eltern weggenommen. Diese Lemminge halten sich nicht mehr an die in Freiheit üblichen Regeln. Uns liegen schon jetzt sehr viele Berichte vor, von Lemmingen die sich trotz hoher Besatzdichte und zu kleinen Gehegen massenhaft vermehrt haben, wir haben Berichte vorliegen, von Verpaarungen zwischen Jungtieren und Eltern oder Geschwistern. Von daher müssen wir ganz klar sagen: nein, Lemminge hören nicht einfach irgendwann auf sich zu vermehren und Söhne decken durchaus auch die Mutter. Bei guten Zuchten kommt sowas nicht vor, aber es gibt nunmal leider nicht nur gute Zuchten, es gibt auch Massenvermehrer, Kinderzimmerzuchten und Unfälle...
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Lemminge Ernägrung

Beitrag  Christina am Sa Feb 28, 2009 11:51 pm

Graue Steppenlemminge fressen in freier Wildbahn im Sommer hauptsächlich frisches Grün und Wurzeln. Im Sommer legen sie Vorräte für den Winter an, die in erster Linie aus getrocknetem Grün (Kräuter, Gräser), Sämereien und, insofern sie dran kommen, auch Getreide bestehen. Ein wenig tierische Nahrung in Form von Maden, Raupen und Würmern gehört ebenfalls zum Speiseplan. In der Heimtierhaltung bekommen Lemminge also in erster Linie täglich mindestens eine Portion Grünfutter und Gemüse, täglich eine Trockenkräutermischung und dazu einen Löffel Kleinsämereien und getrocknetes Gemüse, sowie ein wenig tierisches Eiweis als Grundfutter.

Neueste Erkenntnisse zum Thema Lemmingfutter, welche auf aktuellen Forschungen in dem natürlichem Habitat der Lemminge basieren, finden Sie auch hier: Expedition Lemmingfutter


Trockenfutter / Grundfutter
Als Grundfutter sollte eine Mischung aus höchstens 50 % Kleinsämereien und Getreide, sowie Trockengemüse und vor allem Kräutern gereicht werden.
Als Basis für eine Eigenmischung kann ein hochwertiges Zwerghamster- oder Rennmausfutter genommen werden. Das Futter sollte keimfähige Samen und Getreide enthalten. Zum Testen, ob das Futter noch keimt, streuen Sie es auf ein feuchtes Stück Küchenpapier, halten Sie es feucht und sehen Sie ob sich Keimlinge entwickeln. Die Keime dürfen mit verfüttert werden.

Pro Lemming und Tag sollten den Tieren ein gut gefüllter Teelöffel Futter angeboten werden. Wird dieser innerhalb weniger Stunden weggeputzt, dann geben Sie langsam mehr Futter. Bleibt viel Futter übrig, dann reduzieren Sie die Futtermenge. Grundsätzlich muss aber immer Futter, vor allem Kräuter, Heu und Grünfutter vorhanden sein, Lemminge nehmen rund um die Uhr Futter zu sich und stehen auch Tagsüber für die Futteraufnahme auf!

Trockenfutter sollte nicht länger als 4 Monate gelagert werden. Bei zu langer Lagerung gehen Vitamine verloren und fetthaltige Bestandteile werden ranzig. Ideal zum Aufbewahren von Futtermitteln sind Blechdosen/Keksdosen, ebenfalls mit Papier ausgeschlagene, dickwandige Pappschachteln oder Holzschachteln. Weniger gut geeignet sind die beliebten Plastikbehälter mit fest verschließbarem Deckel oder Plastiktüten. Aus ihnen kann keine Restfeuchte entweichen und so kommt es zu Schimmelbildung. Tüten aus verschiedenen Materialien oder dünne Pappschachteln eignen sich zur Aufbewahrung nicht, sie bieten Parasiten keinen ausreichenden Wiederstand und so kommt es in Tüten häufiger zu einem Befall mit Mottenlarven und Milben.

Folgende Bestandteile sollte ein gutes Futter enthalten:

Kleinsämereien:verschiedene Grassamen (z.B. Kammgras, Rohrschwingel, Knaulgras, Weidelgras, nur ungedüngte Ware aus Deutschland verwenden! Sie bekomen diese Samen z.B. bei Samenkiste) sollten den größten Teil der Futtermischung ausmachen, dazu kommen Kräutersamen wie z. B. Löwenzahn und Fenchel und weitere Kleinsämereien/Ölsamen die wegen ihres extrem hohen Fettanteils nur eine geringen Anteil an der Samenmischung ausmachen sollten wie Negersaat, Kardi, Perilla, Leinsaat, Hanf, Mohn, Sesam. Diese Kleinsämereien können sie als Wellensittichfutter fertig gemischt im Zoofachhandel bekommen, nur die Grassamen müssten Sie dann noch selber beimischen.

Getreide: Haferflocken, -körner- ripsen, Weizenkörner - und Weizenflocken (in geringen Mengen und aus Bioanbau), Gerste, Roggen, Emmerweizen, Kolbenhirse, Buchweizen, grüner Hafer.

Trockengemüse, Früchte: getrocknetes Gemüse erweitert den Speiseplan, z. B. rote Beete, Möhren, Sellerie, Fenchel, Kohlrabi (diese Gemüsesorten können sie fertig getrocknet kaufen, oder im Umluftofen selber trocknen).
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Re: Soziales Lemminge

Beitrag  Christina am Sa Feb 28, 2009 11:52 pm

Getrocknete Kräuter diese sollten im Futter enthalten sein um den Mineralhaushalt zu regulieren. Gegeben werden können: Brennnesselkraut, Brombeerblätter, Dill, Gänseblümchen, Grüner Hafer, Haselnussblätter, Hirtentäschelkraut, Kamille, Kornblumenblüten Löwenzahnwurzel mit Kraut, Melisse, Petersilie, Pfefferminzblätter, Ringelblumenblüten, Sauerampferkraut, Schafgarbe, Sonnenblumenblüten, Spitzwegerrichkraut, Vogelmiere. Diese Kräuter bekommen Sie z. B. in der Apotheke oder günstiger hier: Kräuter Kühne, Futterkonzept, Hansemanns Team, das Scheunenlaedchen.

Nüsse/Kerne: Nüsse und Kerne sollten nur sehr selten verfüttert werden, da sie sehr fetthaltig sind, ein viertel Nuss oder ein Kern einmal die Woche. Gegeben werden können: Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Pinienkerne, Haselnüsse, Macadamia, Walnüsse, Pecannüsse, Kürbiskerne. Verfüttern Sie keine Mandeln - diese enthalten Blausäure und sind von daher eher ungeeignet!

Weitere Bestandteile: Diese Bestandteile können das Futter interessanter machen, aber nur in geringen Mengen: Maiskörner, Reisflocken, Erbsenflocken, Johannisbrot, ungezuckerte Corn Flakes, ungezuckertes Früchtemüsli, rohe Nudeln.

Eine ausführliche Liste mit allen geeigneten Trockenfutterbestandteilen und Besonderheiten finden Sie hier: Trockenfutterliste.
Natürlich kann und soll auch immer frisches Blüten- oder Kräuterheu im Käfig sein, sei es zum Nestbau, zum darin rumwühlen oder auch zum Verzehr.

Rezept für ausgewogenes Lemmingfutter
Als Basisfutter kann man 300 g handelsübliches Rennmaus- oder Hamsterfutter nehmen. Es sollten wenig bis keine Nüsse im Futter sein und Erdnüsse sollte man bei allen Futtersorten heraussuchen, da sie oft Schimmelsporen enthalten. Grundsätzlich sollten keine Pellets und keine aufgepoppten und eingefärbten Bestandteile im Futter zu finden sein. Gute Erfahrung wurde mit dieser Futtermischung gemacht: Futterkonzept - Rennmaus Spezial.

Es ist aber ebenso möglich, ganz ohne Basisfutter ein hochwertiges Trockenfutter zu mischen:

200 g Vogelfutter (Wellensittichfutter)
200 g Kleinsämereienmischung (Gras- und Kräutersamen)
400 g Trockenkräutermischung
200 g Trockengemüsemischung (z. B. Möhren, Pastinaken, rote Beete, Erbsenflocken)
50 g Getreideflocken oder 6 Korn Getreidemischung
50 g Nüsse, Kerne, Johannisbrot
50 g getrocknete Mehlwürmer oder anderes Eiweisfutter
nach oben / Index
Erlebnissfutter
Eine Kolbenhirse darf gern als Beschäftigungsfutter angeboten werden. Mitunter wird sie allerdings in einer Nacht zerlegt und gebunkert - dann müssen die Lemminge etwa eine Woche warten, bis sie die nächste Kolbenhirse bekommen.

Das Trockenfutter braucht man nicht in den Fressnapf zu geben. Verstecken und verstreuen Sie das Futter im ganzen Gehege. Wir verstecken das Trockenfutter in Heubergen, Eierkartons (wo wir es zusätzlich in Taschentüchern verstecken), in Röhren, im Labyrinth, usw.

Nur Frischfutter kommt gelegentlich in den Fressnapf. Allerdings kann man auch das Frischfutter ein wenig verstecken. Hängen Sie es an die Decke oder verstecken Sie es in einem Taschentuch, zerknülltem Papier, einem Pappkästchen oder einer Pappröhre.
Ebenfalls sehr beliebt sind kleine Graswiesen. Dazu nehmen Sie einen Blumentopf oder eine Keramikpflanzschale und füllen diese mit ungedüngtem Torf. Dort hinein können Sie dann verschiedenes aussähen, beliebt sind Mischungen aus Weizen, Gerste, Hafer, Gras,mit einem kleinen Anteil Kräuter wie Dill und Petersilie. Wenn das Grün ca. 10 cm hoch steht, können Sie den Lemmingen diese "kleinen Wiesen" zum fressen und auseinander nehmen in den Käfig stellen. Gewöhnen Sie ihn vorher langsam an das ungewohnte Grün.

Ein Hauptbestandteil der Lemmingernährung ist frisches Grünfutter. Täglich sollen die Tiere eine kleine Auswahl frisches Grünfutter bekommen. Unter Grünfutter werden alle grünen Pflanzenteile zusammengefasst. Gemeint sind vor allem Kräuter wie Löwenzahn, Kohldistel, Beifuß, Kamille, Ackerminze. Küchenkräuter wie Petersilie, Basilikum. Blumen (mit Blüten) wie Sonnenblumen, Ringelblumen. Blätter verschiedener Bäume und Sträucher wie Haselnuss, Linde, Apfel, Johannisbeere. Kraut und Blätter von Kulturpflanzen wie Möhrenkraut, Fenchelgrün, Kohlrabiblätter, etc..

Wer im Sommer die Möglichkeit hat, sollte täglich frisch gepflücktes Grünfutter anbieten. Nach langsamer Gewöhnung kann gemischtes Grünfutter zur freien Aufnahme angeboten werden. Im Winter sollte auf jeden Fall ein Blumenkasten mit frischem Grün auf der Fensterbank eines guten Lemminghalters zu finden sein, damit die Tiere auch dann nicht auf frisches Grün verzichten müssen. Zusätzlich wird dann auch eine Trockenkräutermischung angeboten.

Besonders beliebt sind bei Lemmingen auch Blätter von verschiedenen Bäumen, Es sollte allerdings kein abgefallenes Laub verfüttert werden, da dieses oft schon kurze Zeit nachdem es am Boden liegt Schimmelt und Pilzsporen enthält. Pflücken Sie frische Blätter und Sammeln Sie im Herbst das Laub direkt vom Baum, dieses können Sie frisch und gut durchgetrocknet anbieten. Frisches Moos darf auch angeboten werden.

Auch Stadtmenschen ohne Naturanbindung können so einiges an Grünfutter im Supermarkt finden, aber bitte nicht die matschigen Reste aus der Grünfuttertonne verfüttern, unsere Lemminge sind keine Abfalleimer. Achten Sie auch bei Kohlrabiblättern, Möhrengrün und anderen Grünpflanzen aus dem Supermarkt darauf, dass sie frisch und sauber sind.

Pflücken und verfüttern Sie nur Pflanzen, die Sie als ungiftig für Lemminge kennen. Pflanzen die uns harmlos erscheinen, können für Lemminge giftig sein!

Eine ausführliche Liste mit allen geeigneten Grünfuttersorten und Besonderheiten finden Sie hier:
Frischfutterliste.

Was beim Pflücken von Grünfutter zu beachten ist, können Sie hier nachlesen:
Eine kleine Graserei

Eine spezielle Liste mit Futterpflanzen und Giftpflanzen auf der Wiese und im Garten finden Sie hier:
Futterpflanzen auf der Wiese

Gemüse/Obst
Zusätzlich zum Grünfutter erhalten Lemminge täglich frisches Gemüse. Zwei bis Drei Gemüsesorten pro Mahlzeit wären sinnvoll. Geeignet sind vor allem Knollen- und Wurzelgemüse wie Möhren, Pastinaken, Schwarzwurzel, Petersilienwurzel. Eher selten sollten Blattgemüse (Salat) auf dem Speiseplan stehen. Obst gilt als Leckerchen und könnte in großen Mengen einen dauerhaft zu hohen Blutzuckerspiegel begünstigen. Fingernagel große Stücke, nicht öfter als 2 - 3 x die Woche sind hingegen eine absolut gesunde und unbedenkliche Leckerei. Der Blutzuckerspiegel steigt nach der Gabe eines kleinen Stückchen Obst nicht stärker an, als nach einem großen Stück Möhre und er fällt bei gesunden und aktiven Lemmingen ebenso schnell wieder ab, da der Fruchtzucker als Energielieferant schnell abgebaut wird.

Manche Lemminge tragen leider auch ihr Frischfutter ins Nest - vor allem Möhrenstückchen. Da dies natürlich unhygienisch ist und kein Halter gern ständig das Nest der Tiere ausräumen möchte, können Sie Frischfutter auf einem Futterspieß anbieten, passende Metallspieße bekommen Sie im Zoofachgeschäft.

Eine ausführliche Liste mit allen geeigneten Gemüse- und Obstsorten und Besonderheiten finden Sie hier:
Gemüseliste.


Folgende Pflanzen sind für Lemminge eher unverträglich:
Aubergine, Avocado, Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen), Kartoffeln (enthält sehr viel schlecht verdauliche Stärke im Rohzustand, grüne Stellen, Triebe und Grün sind giftig), Klee, die meisten Kohlarten, wie z. B. Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl, Papaya, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Zwiebelgewächse wie Schnittlauch, Porree, Knoblauch und Zwiebeln. Obst sollte ebenfalls nicht oder nur sehr selten angeboten werden, da Lemminge zu Diabetis neigen.

Giftig sind unter Anderem folgende Pflanzen:
Agave, Aloe Vera, Alpenveilchen, Amaryllis, Anthurie, Aronstab, Azalee, Bärenklau, Bärlauch, Berglorbeer, Bilsenkraut, Bingelkraut, Bittersüßer Nachtschatten, Blauregen, Bocksdorn, Bohnen, Buchsbaum, Buschwindröschen, Christrose, Christusdorn, Efeu, Eibengewächse, Einblatt, Eisenhut, Essigbaum, Farne, Fensterblatt, Fingerhut, Geranien, Ginster, Goldregen, Gundermann, Hahnenfuss, Hartriegel, Heckenkirsche, Herbstzeitlose, Holunder, Hundspetersilie, Hyazinthe, Ilex, Jakobsgreiskraut, Kalla, Kartoffelkraut, Kirschlorbeer, Lebensbaum, Liguster, Lilien, Lonicera, Lupine, Maiglöckchen, Mistel, Narzissen, Oleander, Osterglocke, Primel, Rebendolde, Robinie, Sadebaum, Sauerklee, Schachtelhalm, Schierling, Schneebeere, Schneeglöckchen, Schöllkraut, Seidelbast, Sommerflieder, Stechapfel, Tollkirsche, Wacholder, Wolfsmilchgewächse (alle), Wunderstrauch, Zypressenwolfsmilch.

Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie erst Ihren Tierarzt oder uns, eine Liste mit Giftpflanzen finden Sie auch hier: Giftpflanzendatenbank Uni Zürich.
nach oben / Index
Tierische Nahrung
Lemminge sind keine reinen Vegetarier, sie möchten hin und wieder auch etwas tierische Nahrung auf ihrem Speisezettel finden, das schmeckt nicht nur gut, sondern beugt auch Mangelerscheinungen vor. Allerdings reicht eine Eiweißmahlzeit die Woche aus. Lebendfutter:
Beim Lebendfutter ist darauf zu achten, dass es unverzüglich verzehrt wird, von daher sollten Mehlwürmer und Co nur von Hand verfüttert werden.

Mehlwürmer/Zophobas: zwei Würmchen pro Woche können Sie den Lemmingen anbieten. Wie Mehlwürmer unter zu bringen sind und was man sonst über sie wissen muss, können Sie hier nachlesen: Mehlwürmer

Füttern Sie Mehlwürmer und Zophobas nur aus der Hand , damit sie keine Chance haben evtl. im Lemminggehege zu überleben und neue Populationen zu gründen, das wäre sicher nicht in Ihrem Sinne.

Wer sich vor diesem Lebendfutter ekelt, kann auch Ersatzweise andere tierische Nahrung reichen:

Verarbeitete Milch in Form verschiedener Milchprodukte wie Magerquark, Hüttenkäseund auch Magermilchjoghurt können in geringen Mengen gereicht werden. Ein gestr. Teelöffel pro Woche, zu viel davon führt zu Durchfall. Milch in reiner Form darf nicht angeboten werden, Lemminge haben eine Lactose-Intoleranz, Milchzucker führt zu Durchfall.

Katzenleckerchen (ohne extra zugesetztes Taurin) oder Hundekuchen/Hundemüslie sind ebenfalls geeignet.

Eine ausführliche Liste mit allen geeigneten Eiweisfuttersorten und Besonderheiten finden Sie hier:
Eiweisfutterliste.

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Zweige / Blätter
Damit die Lemminge ihre Schneidezähne gut abnutzen können, sollten ihnen frische Zweige zum Benagen angeboten werden. Die Blätter der Zweige sollten als Nahrung ebenfalls an den Zweigen bleiben.

Welche Zweige und Blätter geeignet sind und was zu bachten ist können Sie auch nochmal hier nachlesen
Frischfutterliste.

Altes, hartes Brot ist ungesund. Brot enthält zu viel schwer verdauliche Stärke und oft auch Konservierungsstoffe, Backtriebmittel und Salz, somit ist es für Lemminge eher schwer verdaulich. Außerdem finden sich auf altem Brot oft Schimmelsporen. Brot sorgt bei übermäßiger Fütterung für Übergewicht. Es sollte deshalb eher nicht verfüttert werden.
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Wasser:
Lemminge sollten grundsätzlich einen Wassernapf oder eine Wasserflasche im Gehege haben. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden. Achten Sie auf eine weiche Wasserqualität. Oft decken die Tiere ihren Wasserbedarf über das gereichte Frischfutter. Aber bei einem Wetterumschwung, bei trockener Heizungsluft oder auch bei einer beginnenden Infektion ist es lebensnotwendig, dass Lemminge unverzüglich Zugang zum Wasser haben, ein Wassermangel könnte dann sehr schnell zur Austrocknung der Tiere führen. Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier: Welches Wasser für Kleintiere?

Sonstiges
Salzlecksteine sind überflüssig bis ungünstig. Ein gesund ernährtes Tier bekommt seine Salze und Mineralien über das Futter (Kräuter!), es benötigt keine billigen Kochsalze. Salzlecksteine sind sogar mitunter gefährlich, wenn ein Tier zu viel dran leckt oder sie sogar annagt kann es zu einer Natriumchloridüberversorgung kommen, eine Folge wären starke Nierenprobleme, sollte ein Stein ganz verzehrt werden, kann es schlimmstenfalls zu Nierenversagen und somit zum Tod des Tieres führen. Salzlecksteine die mit Mineralien und anderen Spurenelementen versetzt sind, können zu einer Nitratüberversorgung führen. Sollten die Tiere nur selten am Stein lecken ist dieser ungefährlich, aber benötigt wird ein Stein bei einer abwechslungsreichen Ernährung nicht.

Kalksteine bestehen zum größten Teil aus Kalzium, nagen die Tiere zu sehr daran (meist aus Langeweile), führt das zu einer zu hohen Kalziumresorption, (Kalzium/Phosphorungleichgewicht)was zu Harnsteinbildung und zu Organverkalkung führen kann. Lemminge bekommen über Kräuter und Grünfutter genug Kalzium zugeführt.

Eine zusätzliche Vitamingabe ist bei artgerecht ernährten und gesunden Lemmingen nicht nötig. Eine Vitaminüberversorgung kann krank machen. Vitamintropfen die ins Wasser gegeben werden sind schlecht zu dosieren und lassen das Wasser gerade im Sommer schnell "umkippen" Bakterien können sich ausbreiten und so macht Vitaminversetztes Wasser die Tiere eher krank, als das es helfen würde sie gesund zu erhalten.
Im Krankheitsfall kann es nötig sein, dem Tier zusätzliche Vitamine oder Mineralien zuzuführen, dies sollte aber nicht ohne ausführliche Beratung durch einen Tierarzt und niemals ohne Tierärztliche Anweisung geschehen.


Snacks?
Nicht zu einer tiergerechten Ernährung gehören viele Leckerlis, die Sie im Fachhandel angeboten bekommen. Joghurtdrops, Nagergebäck, Knabberstangen und ähnliche Knabbereien enthalten zu viel Zucker, Honig, Melasse und Fett und sind von daher nicht ausgesprochen ungesund für Lemminge. Lemminge neigen angeblich zu Diabetis und sollten keinerlei Produkte, welche Zucker enthalten, bekomen.

Gesunde Leckerlis sind z.B. Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Erdnüsse oder mal eine Rosine. Andere Leckerchen benötigen diese Tiere bei einer ausgewogenen Ernährung nicht. Fett und Zuckerhaltige Nahrungsmittel bereiten ihnen nicht die gleiche Freude wie einem Menschen die Tafel Schokolade - sie machen die Tiere nur krank und fett.
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Christina
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Re: Soziales Lemminge

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