Ihr Hund in ungewohnten Situationen

Nach unten

Ihr Hund in ungewohnten Situationen

Beitrag  Christina am Do Feb 26, 2009 8:54 pm

Doch jetzt versetzen Sie sich einmal in die Lage Ihres Hundes: Sie haben Ihre tägliche Routine, die Ihnen gefällt. Sie tun jeden Tag zur selben Zeit genau das gleiche. An den meisten Tagen treffen Sie immer dieselben Menschen. Sie sehen dieselben Dinge und hören vertraute Geräusche. Alles ist in Ordnung. Dann wachen Sie eines Tages auf und die Welt steht Kopf! Nichts ist mehr an seinem Platz, es sind lauter neue Dinge und fremde Menschen im Haus, es herrscht ungeheurer Lärm, nirgendwo ist Platz, Sie sind nicht zur üblichen Zeit gefüttert worden und niemand ist mit Ihnen Gassi gegangen. Was ist eigentlich los?

Partys – viel Spaß für uns, aber nicht für unseren Hund
Hunde wissen nicht, was eine Party ist, und verstehen die Bedeutung von Weihnachten, einem Geburtstag oder einem Grillfest nicht. Vor allem Feuerwerke sind ihnen etwas Unbegreifliches. Alles ist neu und überraschend, was für Gewohnheitstiere wie Hunde sehr beunruhigend sein kann. Natürlich ist jeder Hund anders und reagiert auch unterschiedlich auf seine Umgebung. Manchen Hunden macht die Unruhe sogar Spaß, doch wenn Ihr Hund sensibler ist als andere, können Sie Maßnahmen ergreifen, um bei besonderen Anlässen den Stress für ihn zu minimieren.


Weihnachtschaos für Hunde
Das festliche Geschehen zu Weihnachten kann auch für uns zeitweise in Stress ausarten, doch wir wissen zumindest (die meiste Zeit), was wir tun. Ihr Hund dagegen wundert sich sehr, dass plötzlich ein Baum im Haus steht und überall glitzernde Dekorationen, Lametta und bunte Pakete auftauchen. Wenn er zu den gelassenen, ausgeglichenen Hunden gehört, inspiziert er die ungewohnte Weihnachtsecke vielleicht kurz mit der Nase und geht dann wieder zur Tagesordnung über. Falls er aber eher misstrauisch ist, knurrt er den geschmückten Christbaum vielleicht an, bellt oder geht sogar zum Angriff über.

Denken Sie zuerst an die Sicherheit Ihres Hundes und halten Sie ihn von allen Dekorationen, Glitzerschmuck oder Lichtern fern.

Berücksichtigen Sie dann all den zusätzlichen Lärm und das Kommen und Gehen, die notgedrungen zu dieser Zeit entstehen, und stellen Sie einen stillen Raum für Ihren Hund bereit, in den er sich bei Bedarf zurückziehen kann.


Routine ist gut für Ihren Hund
Als Nebeneffekt der Feierlichkeiten und Partys gerät häufig die Routine Ihres Hundes durcheinander. Dies kann seine Spaziergänge, seine Fütterungszeiten oder sogar die Art der Ernährung betreffen. All das beunruhigt den Hund noch weiter und kann sich daher auf sein Verhalten auswirken.

Partysnacks sind zunächst immer besonders reizvoll, aber hinterher bereuen wir das schwere Essen dann häufig. Für Ihren Hund ist das Ganze noch schlimmer. Widerstehen Sie daher der Versuchung, ihn mit Partyhäppchen zu füttern, und halten Sie auch Ihre Gäste davon ab. Schokolade, fette Speisen, Essensreste oder gegrillte Fleischabfälle sind alles andere als gut für ihn. Natürlich verspeist er die ungewohnten Leckerbissen voller Freude, aber sein Verdauungstrakt ist dafür nicht geschaffen, und das rächt sich später – für ihn und für Sie.

Bleiben Sie daher bei der gewohnten Nahrung und füttern Sie ihn zu den üblichen Zeiten, dann ist er zufrieden – und Sie brauchen sich zumindest darüber keine Sorgen zu machen. Ihr Hund wird es Ihnen nicht übel nehmen, dass er von den Partysnacks nichts abbekommen hat.

Halten Sie auch seine üblichen Spaziergänge ein. Er braucht die Bewegung, und wenn sie ihm fehlt, hat er überschüssige Energie und langweilt sich. Dies führt in ungewohnten oder unruhigen Situationen zu erhöhter Nervosität und zusätzlichem Stress.


Der Schrecken des Unerwarteten
Viele Hunde leiden besonders bei einem Feuerwerk – ebenso wie bei Gewitter. Auch hier liegt dies vor allem am Überraschungselement: Das helle Licht und das laute Knallen (die sein Verstand nicht unbedingt miteinander verbinden kann) erschrecken den Hund, weil er nicht damit gerechnet hat. Wenn es dann so weitergeht, ohne dass er die Ursache oder den Grund dafür ausmachen kann, beunruhigt ihn das noch mehr. Viele Vierbeiner bekommen dabei große Angst.

Es versteht sich von selbst, dass man Hunde nach Möglichkeit von Feuerwerk fernhalten sollte, aber daneben gibt es noch weitere Maßnahmen, mit denen Sie den Stress für Ihren vierbeinigen Freund reduzieren können.

* Gehen Sie nicht mit ihm Gassi, wenn die Gefahr besteht, dass Feuerwerkskörper gezündet werden.
* Schließen Sie die Vorhänge oder Jalousien, um ihn vor den hellen Lichtblitzen zu schützen.
* Bleiben Sie in seiner Nähe, wenn er sich dadurch sicherer fühlt.
* Achten Sie darauf, dass er nicht vor Schreck ins Freie laufen kann, denn dadurch regt er sich womöglich noch mehr auf.
* Stellen Sie den Fernseher lauter oder hören Sie Musik, um die Geräusche von draußen zu übertönen.
* Geben Sie ihm ein Leckerchen oder ein neues Spielzeug, um ihn abzulenken.
* Streicheln und beruhigen Sie ihn nicht zu sehr, weil sich das ängstliche Verhalten dadurch noch verstärken kann. Wenn Sie selbst entspannt wirken, begreift Ihr Gefährte eher, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gibt.

Passen Sie auch beim Spaziergang am nächsten Tag auf, dass Ihr Hund keine abgebrannten Feuerwerkskörper aufliest, da sie giftig für ihn sein können.


Neue Familienmitglieder
Sie wissen, wann Sie Familienzuwachs in Form eines neuen Babys bekommen, aber denken Sie dabei auch an Ihren Hund. So lange er sich erinnern kann, war er Ihr Augapfel. Doch plötzlich und unerwartet ist ein neues Menschlein im Haus, das weint und schreit, alle Zuwendung erhält und zum Mittelpunkt der Familie wird. Damit gerät das Weltbild des Hundes völlig aus den Fugen.

Die meisten Hunde gewöhnen sich rasch an ein neues Baby, weil sie es als neues Mitglied des Rudels anerkennen und deshalb ihrem natürlichen Beschützerinstinkt folgen. Doch Sie können Ihrem vierbeinigen Freund in dieser Phase durch einige einfache Vorbereitungen und erhöhte Vorsicht helfen.


Gut vorbereitet und vorsichtig sein
Bereiten Sie Ihren Hund auf die Ankunft eines neuen Babys vor, indem Sie schon frühzeitig seinen Tagesablauf anpassen, falls dieser sich durch den Neuankömmling ändern wird. Dadurch hat sich Ihr Hund bereits an die neue Routine für Spaziergänge oder Mahlzeiten gewöhnt und muss sich nicht völlig umstellen, wenn das Baby da ist.

Sie können Ihren Hund auch im Voraus an den Geruch des Babys gewöhnen, indem Sie ein Kleidungsstück, das es getragen hat oder mit dem es in Berührung gekommen ist, mit nach Hause bringen, bevor das Baby selbst ins Haus kommt. Der Geruchssinn ist für Hunde sehr wichtig, und auf diese Weise ist er mit den neuen Babygerüchen schon vorher vertraut.

Auch die bisherige Sozialisierung und Erziehung Ihres Hundes spielen jetzt eine große Rolle. All die grundlegenden Kommandos helfen Ihnen, den Hund an seinem Platz zu halten, und sein vertrauter Umgang mit anderen Menschen kommt nun auch Ihrem Baby zugute.

Die besten Freunde
Es empfiehlt sich, bei der Begegnung mit dem neuen Baby zu zweit zu sein, damit einer das Baby und der andere den Hund halten kann. Dadurch kann Ihr Vierbeiner das Baby aus der Nähe kennenlernen – vielleicht durch Beschnuppern seiner Hände und Füße –, während Sie ihn unter Kontrolle haben.

Selbst nachdem sich Ihr Hund an das neue Familienmitglied gewöhnt hat, ist es ratsam, die beiden nie unbeaufsichtigt im selben Raum zu lassen.

Wenn das Baby größer wird und zu krabbeln oder zu laufen beginnt, müssen Sie besonders aufpassen. Bis dahin hat sich Ihr Baby dem Hund gegenüber passiv verhalten. Es war vielleicht manchmal sehr laut, hat den Hund aber nicht berührt oder ist in sein „Revier“ eingedrungen. Das ändert sich jetzt, denn das Kleinkind ist nun mobil und von seinem pelzigen Freund fasziniert. Es läuft ihm zu gern hinterher und möchte ihn knuddeln oder mit ihm spielen. Auch hier müssen Sie überlegen, wie die Handlungen Ihres Kindes auf den Hund wirken können. Es wird ihm gar nicht gefallen, wenn er beim Essen oder Schlafen gestört oder erschreckt wird. Seien Sie daher vorsichtig und immer dabei, wenn die beiden zusammen sind. Selbst beim freundlichen Spiel kann Ihr Hund das kleine Kind umstoßen und verletzen.

Die meisten Hunde sind sehr kinderlieb und freuen sich über den neuen Spielgefährten, doch Sie müssen darauf achten, dass der Kontakt unter Ihrer Aufsicht stattfindet, damit beide davon profitieren.

Das ist alles für heute. Wir melden uns bald wieder mit weiteren Tipps für Sie und Ihren Hund.

Mit freundlichen Grüßen

Das Eukanuba-Team


avatar
Christina
Admin
Admin

Anzahl der Beiträge : 750
Alter : 45
Ort : Ahlhorn
Anmeldedatum : 22.02.09

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten